Interview mit Thomas Ritz, Vorsitzender von HERBERN PARAT

Wie ist die Resonanz der Händler auf das ausgefallene Frühjahrsfest?

Durch die politischen Vorgaben, solch eine Veranstaltung in diesen Größenordnungen nicht durchführen zu können, war unsere Entscheidung der Absage des Frühjahrsfests 2020 alternativlos. Der Vorstand von Herbern Parat hat versucht, durch eine frühe Absage bei den beteiligten Einzelhändlern, Vereinen und Ausstellern zumindest die Kosten und Aufwände gering zu halten. Klar, es war keine leichte Entscheidung, aber im Rückblick unvermeidlich. Dass es bei den ein oder anderen Teilnehmer eine gewisse Enttäuschung gab, ist mehr als verständlich, aber diese Entscheidung haben alle mitgetragen. Das gilt genauso für die vielen engagierten Mitgliedern der Vereine, die sich Jahr für Jahr mit viel Herzblut in die jeweiligen Veranstaltungen einbringen. Das betrifft gleichermaßen die Absage des Kartoffelsamstag 2020.

Wie waren die Reaktionen der Herberner; Eher Unverständnis für den Ausfall oder Zustimmung?

Auch hier gab es sehr viel Verständnis für die Absage. Sicherlich wäre den Herberner Bürgern und auch vielen Besuchern aus den umliegenden Ortschaften lieber gewesen, unbeschwert über den Frühjahrsmarkt und den Kartoffelsamstag zu schlendern und schöne, unbeschwerte Stunden zu genießen. Das ist aber in der bisherigen Form derzeit so nicht möglich. Auch wir als Veranstalter hätten es liebend gerne gesehen, schöne Stunden mit den Herbernern zu verbringen. Hier kann man für das Verständnis aller Beteiligten nur „Danke“ sagen.

Thomas Ritz, Vorsitzender von Herbern Parat


Ist schon abzusehen, wann in Herbern wieder etwas stattfindet, bzw. sind in der nächsten Zeit alternative Veranstaltungen geplant?

Nein, wir haben nach den Absagen in diesem Jahr noch keine weitere Planung für das Jahr 2021 vorgenommen. Derzeit steigen die Zahlen der mit Covid-19 infizierten Personen wieder an und es ist nicht absehbar, wie sich die Situation künftig entwickeln wird.
Wir werden uns zum Ende des Jahres mit dem Vorstand und den Mitgliedern zusammensetzen und schauen, was im nächsten Jahr ist in Hinblick auf die Hygienevorschriften möglich ist. Eines ist aber klar: Wir werden bei der Beurteilung zur Durchführung von Veranstaltungen immer das Machbare und Vertretbare im Auge haben und kein Risiko eingehen, weder für die Besucher noch für die Teilnehmer oder die Veranstalter. Dazu kommt noch, was vom Gesetzgeber erlaubt ist und mit welchen Einschränkungen wir rechnen müssen.

Sorgt eine solche Ausnahmesituation ihrer Beobachtung nach eher für mehr Zusammenhalt oder mehr Distanz in der Herberner Kaufmannschaft?

Das ist nicht ganz einfach zu beantworten. Es gibt im Verein Herbern Parat Unternehmen, die stark davon betroffen sind z.B. Gastronomen und Friseure. Auf der anderen Seite gibt es auch Unternehmen und Einzelhändler, denen die Krise nicht ganz so stark zu schaffen macht. Grundsätzlich ist die Kommunikation unter den Mitgliedern schon intensiver geworden. Besonders hinsichtlich des "Gemeinde Gutscheins", der von der Gemeinde Ascheberg bezuschusst und in digital ausgegeben wird.

Haben Sie Beispiele für einfallsreiche Ideen, wie Herberner Unternehmer ihre Dienstleistungen/ihr Angebot an die aktuellen Umstände angepasst haben?

Viele Herberner Gastronomen wie z. B. der Gasthof Deitermann bieten verstärkt „To Go“-Angebote an. Auch bei Blumen Hönekop kann man jetzt telefonisch Blumensträuße bestellen. Sicherlich ist auch der Online-Handel stärker in den Fokus gerückt. Auch die Lieferung von fernmündlichen Bestellungen bis zur Haustür ist der Situation geschuldet – man kann also schon sagen, dass die Herberner sich einiges haben einfallen lassen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Datum
06.10.2020
Autor
Anna Catarina Gressler