100 Prozent Zustimmung: Volksbank Ascheberg-Herbern macht Weg für Fusion frei
Ascheberg. Ein eindeutigeres Votum hätte es kaum geben können: Alle stimmberechtigten Vertreter der Volksbank Ascheberg-Herbern eG stimmten am Donnerstagabend im Hotel-Restaurant Clemens August in Davensberg für die Fusion mit der Volksbank Senden eG. Damit gaben sie einstimmig grünes Licht für den Zusammenschluss beider Genossenschaftsbanken. Die endgültige Entscheidung fällt nun am 9. Juli, wenn die Vertreterversammlung der Volksbank Senden über die Verschmelzung abstimmt.
Der Moment nach der Abstimmung war von großer Emotionalität geprägt. Christiane Reher und Oliver Heike als Vorstandsmitglieder war die Erleichterung und Freude deutlich anzusehen. Nach monatelangen Vorbereitungen und intensiven Gesprächen stand fest: Die Vertreter tragen den eingeschlagenen Weg ohne Gegenstimme mit.
„Die 100 Prozent zu übertreffen, wird schwierig“, sagte Christiane Reher mit einem Schmunzeln in Richtung der Verantwortlichen der Volksbank Senden. Gleichzeitig richtete sie ihren Dank an die Mitarbeitenden beider Häuser: „Wir können alle stolz auf unsere Mitarbeiter sein und auf das, was sie geschaffen haben.“
Auch Oliver Heike zeigte sich überwältigt. Unmittelbar nach der Abstimmung sagte er: „Das war einfach geil.“ Das einstimmige Ergebnis sei „imponierend“.
Mehr als drei Stunden Beratungen
Bis zu diesem historischen Beschluss war allerdings Ausdauer gefragt. Mehr als drei Stunden dauerte die Vertreterversammlung. Ein besonders formaler, aber notwendiger Teil der Sitzung war die Verlesung des gemeinsamen Prüfungsgutachtens. Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Jürgen Lanvers trug das Gutachten des Genoverbandes rund 20 Minuten lang vollständig vor. Anschließend erläuterten die Vorstände den Vertreterinnen und Vertretern noch einmal ausführlich die Auswirkungen der Verschmelzung, bevor diese einstimmig ihre Zustimmung erteilten.
Gemeinsam stärker in die Zukunft
Vorstand und Aufsichtsrat machten deutlich, dass beide Banken wirtschaftlich solide aufgestellt seien. Die Fusion sei keine Reaktion auf wirtschaftliche Schwierigkeiten, sondern eine strategische Entscheidung. Ziel sei es, den steigenden regulatorischen Anforderungen, der Digitalisierung, dem zunehmenden Wettbewerb, dem veränderten Kundenverhalten sowie dem Fachkräftemangel langfristig erfolgreich begegnen zu können und gleichzeitig die genossenschaftlichen Werte sowie die regionale Nähe zu den Mitgliedern und Kunden zu erhalten.
„Mit der Fusion werden wir tatsächlich eine Milliardenbank sein“, betonte Christiane Reher.
Die neue Volksbank Ascheberg-Senden eG wird künftig über eine Bilanzsumme von rund 621 Millionen Euro und ein Kundengesamtvolumen von rund 1,179 Milliarden Euro verfügen. Rund 21.750 Kundinnen und Kunden, 10.438 Mitglieder, 95 Mitarbeitende und sechs Standorte gehören künftig zum neuen Institut.
Mit Blick auf die technische Zusammenführung baten die Vorstände zugleich um Verständnis. Der Zusammenschluss soll zum 5. September technisch vollzogen werden. Sollte in den ersten Tagen nicht jeder Ablauf oder jede Funktion sofort reibungslos funktionieren, hoffe man auf die Geduld der Kundinnen und Kunden.
Solides Geschäftsjahr
Neben der richtungsweisenden Fusionsentscheidung verabschiedeten die Vertreter den Jahresabschluss 2025. Die Volksbank Ascheberg-Herbern erwirtschaftete einen Bilanzgewinn von 427.000 Euro. Die Vertreter beschlossen erneut eine Dividende von vier Prozent. Das betreute Kundenvolumen stieg im vergangenen Geschäftsjahr auf 618 Millionen Euro. Zudem entlastete die Vertreterversammlung Vorstand und Aufsichtsrat.
Personelle Weichen gestellt
Auch personell wurden die Weichen für die Zukunft gestellt. Gudula Maurer, Karsten Nägeler und Michael Schröer wurden turnusgemäß als Mitglieder des Aufsichtsrates der Volksbank Ascheberg-Herbern wiedergewählt.
Für den Aufsichtsrat der künftigen Volksbank Ascheberg-Senden eG nominierten die Vertreter Gudula Maurer, Karsten Nägeler, Michael Schröer, Johannes Schulze Horn und Stephan Grube.
Darüber hinaus wurden Mechthild Althoff, Berthold Angelkort, Karl-Heinz Börtz, Martin Fallenberg, Bernd Heitmann und Ludger Schürkmann als Mitglieder für den Wahlausschuss der fusionierten Genossenschaftsbank benannt.
Entscheidung liegt nun bei der Volksbank Senden
Mit dem einstimmigen Votum haben die Vertreter der Volksbank Ascheberg-Herbern den Weg für den Zusammenschluss geebnet. Die endgültige Entscheidung fällt nun am 9. Juli, wenn die Vertreterversammlung der Volksbank Senden über die Verschmelzung abstimmt. Stimmen auch dort die Vertreter zu, kann die neue Volksbank Ascheberg-Senden eG wie geplant ihre Arbeit aufnehmen und den gemeinsamen Start Anfang September vollziehen.
100 Prozent Zustimmung: Die Vertreterversammlung der Volksbank Ascheberg-Herbern macht Weg für Fusion frei.
Gemeinsam für die Fusion: Stephan Grube, Gudula Maurer, Johannes Schulze Horn, die Vorstände Christiane Reher und Oliver Heike sowie Michael Schröer, Karsten Nägeler und Prokurist Marco Breitkreuz nach der einstimmigen Zustimmung der Vertreterversammlung zur Fusion mit der Volksbank Senden.
Mit Emotion Erleichterung nach der Abstimmung: Christiane Reher und Oliver Heike vom Vorstandsteam zeigten sich sichtlich bewegt, nachdem die Vertreter der Volksbank Ascheberg-Herbern der Fusion einstimmig zugestimmt hatten.