125 Jahre handwerkliche Tradition in der Bäckerei Röwekamp auf höchstem Niveau
Herbern. Die Bäckerei Röwekamp feiert ihr 125-jähriges Jubiläum. Gegründet im Jahr 1900 von Theodor Wellmann an der Südstraße in Herbern, hat sich das Traditionsunternehmen über die Jahrzehnte hinweg kontinuierlich weiterentwickelt. Heute führen Karl-Frank und Judith Röwekamp das Unternehmen weiter, das sie vor 18 Jahren von Theo Wellmann übernommen haben. Sohn Tim steht ebenfalls schon in den Startlöchern, er wird in den kommenden Jahren die Tradition fortführen. Am Dienstag stand eine kleine Ehrung der Industrie- und Handwerkskammer (IHK) Nord Westfalen an. Der Regionalbeauftragte Christopher Papendorf überreichte die besondere Ehrung für die beiden Bäckermeister.
„Die Zeit rennt“, betont Theo Wellmann (77). In der Backstube kennt er sich immer noch bestens aus, als er die Fortuna-Brötchenpresse sieht kommt er ins Schwärmen. „Die alten Geräte kommen in diesem Handwerk nie aus der Mode. Die habe ich selbst noch bedient.“ Tradition und Handwerk das Verpflichtet. 1969 ist Theo Wellmann nach seiner Lehre im elterlichen Betrieb eingestiegen, sein Vater Hubert ist früh verstorben und drei Jahre lang überbrückte Theos Mutter Maria diese Lücke mit ihrem damaligen Mitarbeiter Heinrich.
Seit 1979 hat Karl-Frank Röwekamp in der Backstube die Schürze an und backt die täglichen Brote, Brötchen, Kuchen und was noch so alles auf der Bestellliste steht. Erst in der Ausbildung, dann als Bäckermeister und seit 2006 als Chef. Sohn Tim unterstützt ihn dabei und wird in den nächsten zwei bis drei Jahren den Betrieb übernehmen. Gebacken wird hier nach alten Rezepten der Bäckerei Wellmann. Judith Röwekamp ist für den Verkauf zuständig.
Bis zu den 1955er Jahren kamen Weizenbrötchen in Herbern nur samstags auf den Frühstückstisch. Heute gibt es nicht nur eine Sorte Brötchen und gebacken wird täglich alle 30 Minuten. Die Personal- und Energiekosten treiben die Preise in die Höhe. Während in den 1960er Jahren ein Brötchen 25 Pfennig kostete, gibt es die Frühstückslieblinge heute ab 47 Cent und in den verschiedensten Ausführungen.
Während Theo Wellmann damals mit nur einem Angestellten in der Backstube die Arbeiten erledigt hat, sind heute fünf Bäcker, zwei Konditore und 34 Angestellte für den Verkauf zuständig. Zudem gibt es drei Filialen in Capelle, Werne und Rinkerode.
Dass der Bäckerberuf wieder für Berufseinsteiger interessant ist, bestätigen die Zahlen. Christopher Papendorf von der IHK berichtete, dass die Ausbildungszahlen 2024 im Bäckerhandwerk wieder gestiegen sind: Junge Menschen setzen verstärkt auf Berufe mit Zukunft.
125 Jahre Bäckerei Röwekamp/Wellmann. Foto von links: Judith und Tim Röwekamp, Karl-Frank Röwekamp, Christopher Papendorf und Theo Wellmann