75 Jahre Heimatverein Herbern – Engagement, Gemeinschaft und gelebte Tradition

Herbern. In diesem Jahr feiert der Heimatverein Herbern sein 75-jähriges Bestehen. Seit der Gründung am 24. Juni 1951 ist der Verein ein fester Bestandteil des Dorflebens – getragen von vielen Ehrenamtlichen, die Zeit, Wissen und Ideen einbringen. 

Ein besonderes Anliegen ist dabei der Erhalt und die Pflege der plattdeutschen Sprache, die als wichtiger Teil der regionalen Identität verstanden wird.

Die Wurzeln des Vereins reichen bis ins Jahr 1947 zurück. Vier Jahre später folgte die Gründungsversammlung mit rund 200 Interessierten, von denen etwa 50 direkt Mitglied wurden.

Zum ersten Vorsitzenden wählten sie den Kaufmann Hermann Wette. Prägend wirkte von Beginn an auch Dr. Karl Lohmann, der als stellvertretender Vorsitzender über Jahrzehnte Verantwortung übernahm und später – ebenso wie Josef Drees – zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Heimatverein stetig weiter. Vorsitzende wie Josef Drees, Josef Farwick und Theo Reimann  setzten wichtige Akzente. Nach Reimanns Tod führte Josef Bernsmann den Verein weiter, bevor Egon Zimmermann 2019 den Vorsitz übernahm.

Ein Herzstück der Vereinsarbeit ist das Heimathaus Herbern, das 1991 nach aufwendiger Restaurierung eröffnet wurde. Die jährlichen Ausstellungen entstehen mit viel Liebe zum Detail im Team rund um Liane Schmitz  betreut. 

Auch außerhalb der Museumsräume zeigt sich, wie vielfältig Heimatpflege sein kann: Im Heimatgarten sind von März bis Oktober Heiner Lambkowsky und sein Team aktiv. Seit fünf Jahren kümmern sich Margret und Hans-Ludwig Tyburzy um die Wanderwege rund um Herbern. Für Kinder bringen Edith Budde und Gerda Peters als Naturtrainerinnen Naturwissen und Heimatliebe näher.

Ein fester Bestandteil des Vereinsjahres ist zudem der Weihnachtsbasar. Ein Weihnachtsbasar ohne Heimatkalender wäre in Herbern undenkbar. Das Basarteam rund um Lisa Naendrup hat im letzten Drittel des Jahres stets alle Hände voll zu tun, damit alle Heimatfreunde auf ihre Kosten kommen. Mit viel Engagement und Liebe zum Detail entstehen hier handgefertigte Arbeiten in den unterschiedlichsten Variationen, echte Handarbeit, die eigentlich unbezahlbar ist und den Basar jedes Jahr zu etwas Besonderem macht.

Einen besonderen Beitrag zur Bewahrung der Tradition leistete der Heimatverein unter dem damaligen Vorsitzenden Josef Farwick. Die Tradition der Volkstrachten wurde neu belebt. Neben Bauer und Bäuerin repräsentiert seither auch der Kiepenkerl bei besonderen Anlässen die Heimatfreunde. In plattdeutscher Mundart und ein Schnäpschen gab es auch immer.

Mit viel Herzblut wurde diese Aufgabe in den letzten Jahren vom Team um Alfred Brochtrop, Gitti Feldmann, Lisa Krampe und Elfriede Neuhaus ausgefüllt. Zum Jahresende 2025 ging diese Ära zu Ende, da kein Nachwuchs gefunden werden konnte.

Zum 50-jährigen Bestehen des Vereins gab es die Skulptur "Frau mit Jück" an der Südstraße. Ebenso engagierte sich der Verein bei der Einbindung Herberns in den Jakobsweg: Seit 2006 ist Herbern Teil des westfälisch-baltischen Weges, 2008 folgten die offizielle Eröffnung am Schloss Westerwinkel, eine Stempelstelle, die Jakobus-Statue sowie die Jakobsmuschel im Kreisverkehr.

Mathilde Forsthövel, viele Jahre zweite Vorsitzende, bringt es auf den Punkt: „Der Heimatverein ist eine Bereicherung für alle, die mitmachen  die Gemeinschaft ist einfach toll.“

Viele Menschen haben hier bereits viel erreicht. Gemeinsam,  das ist und bleibt das Zauberwort.

Zum 75-jährigen Jubiläum hat der Heimatverein auch ein besonderes Programm geplant: Am Samstag, 27. Juni, treten die Plattköppe aus Münster in der Aula der Profilschule auf. Darüber hinaus ist ein Heimat- und Familienfest vorgesehen, das am Sonntag, 28. Juni, am Jochen-Klepper-Haus stattfinden soll. Geplant ist unter anderem ein Chorsingen. Weitere Informationen will der Verein zeitnah bekanntgeben.

Auch personell steht ein Wechsel an: Egon Zimmermann kündigte an, bei der Generalversammlung am 17. März nicht erneut für den Vorsitz zu kandidieren. „Ich lasse mich nicht mehr zur Wiederwahl aufstellen, aber es gibt einen Nachfolger – darüber sind wir sehr froh“, erklärt Zimmermann. Besonders schätzt er die starke und autonome Zusammenarbeit im Verein: „Jede Gruppe organisiert sich selbst, das funktioniert hervorragend.“

Mit über 500 Mitgliedern ist der Heimatverein Herbern fest im Ort verwurzelt. Das 75-jährige Jubiläum ist damit Rückblick und Ausblick zugleich auf einen Verein, der von Engagement, Eigeninitiative und Gemeinschaft lebt.

Im Heimatverein steht Gemeinschaft seit 75 Jahren ganz oben auf der Agenda.

© Schütte/Heimatverein