Bürgerpreise 2025: Gemeinde Ascheberg ehrt drei herausragende Ehrenamtliche
Ascheberg. Es war ein Abend voller Würde, Dankbarkeit und Wertschätzung: Auf der Festwiese an Schlingermanns Weide verlieh die Gemeinde Ascheberg am Freitagabend die Bürgerpreise 2025. Ausgezeichnet wurden drei Menschen, die sich in außergewöhnlicher Weise ehrenamtlich einsetzen: Olivia Brandt (Davensberg), Tonius Weiß (Ascheberg) und Andreas Nölkenbockhoff (Herbern).
Andreas Nölkenbockhoff: Der Mann für alle Fälle
Besonders bewegend war die Ehrung von Andreas Nölkenbockhoff, der für Herbern den Bürgerpreis erhielt. Laudatorin Doris Wesselmann beschrieb ihn als einen „Mann für alle Fälle“ – jemanden, der nie im Vordergrund steht, aber stets zuverlässig da ist, wenn Hilfe gebraucht wird.
Nölkenbockhoff engagiert sich seit Jahrzehnten in Vereinen und Gemeinschaften: beim Deutschen Roten Kreuz, in der Freiwilligen Feuerwehr, im Schützenverein, in der Pfarrgemeinde und in der Laienspielschar. Auch Ferien- und Zeltlager hat er über Jahre organisiert. „Andreas ist einer, der einfach macht. Ohne Aufhebens, ohne große Worte“, betonte Wesselmann.
Eine heitere Anekdote sorgte für Lacher: Als bei einem Ausflug ein Rotweinfleck die weiße Wand im Hotelzimmer ruinierte, griff Nölkenbockhoff am nächsten Morgen kurzerhand zu Farbe und Pinsel – und die Spuren waren verschwunden. „Typisch Andreas: pragmatisch, selbstlos, lösungsorientiert“, so Wesselmann.
Sichtlich gerührt nahm der Preisträger die Auszeichnung entgegen. Er dankte allen Wegbegleitern und gratulierte den beiden weiteren Geehrten.
Olivia Brandt: Hilfe für die Ukraine
Den Bürgerpreis für Davensberg erhielt Olivia Brandt. Laudator Jan Szramik hob ihr unermüdliches Engagement für die Menschen in der Ukraine hervor. Ihr Haus und Garten seien längst zu einem Warenlager geworden, von dem aus dringend benötigte Hilfsgüter ihren Weg ins Kriegsgebiet finden.
„Du gibst deine Zeit, deine Energie, du organisierst, du finanzierst – und das alles, damit Menschen in der Ukraine ein Stück Würde behalten können“, sagte Szramik. Brandt selbst gab den Dank zurück an die vielen Spender und Helfer in der Gemeinde. Besonders würdigte sie Pastor Vadim Heiko, „der täglich sein Leben riskiert, um Menschen zu evakuieren“.
Tonius Weiß: Motor für junge Menschen
Für Ascheberg nahm Tonius Weiß den Bürgerpreis entgegen. Laudator Michael König machte deutlich, wie vielfältig sein Engagement ist: von der Erinnerungskultur über die Organisation von Geocaching-Projekten bis hin zur politischen Bildung junger Menschen.
Weiß war Initiator des Formats „Pizza & Politik“, bei dem Jugendliche ihre Anliegen direkt an die Gemeinde herantragen können. „Die Jugendlichen wünschten sich eine Pumptrack-Anlage – und die Gemeinde baut nun eine Pumptrack-Anlage“, sagte Weiß dankbar. Er hob hervor, wie wichtig die Unterstützung durch Mutmacherinnen und Mutmacher in seinem Umfeld sei.
Ein Abend der Gemeinschaft
Bürgermeister Thomas Stohldreier würdigte alle drei Preisträger als „stellvertretend für die vielen Ehrenamtlichen in der Gemeinde“. Er betonte: „Aus tiefstem Herzen all denen, die sich ehrenamtlich engagieren, unser herzlicher Dank.“
Neben den Reden sorgten Auftritte internationaler Künstler wie Mirijam Contzen und Tobias Bredohl sowie Tanzgruppen der Tanzschule Ruhmöller für ein festliches Programm. Rund 100 Gäste, darunter zahlreiche Ratsmitglieder und ehemalige Bürgermeister, feierten bei bestem Spätsommerwetter die drei Preisträgerinnen und Preisträger.
Hintergrund
Alle zwei Jahre bittet die Gemeindeverwaltung um Vorschläge für den Bürgerpreis. Die Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Politik, entschied sich diesmal für Olivia Brandt, Tonius Weiß und Andreas Nölkenbockhoff – drei Persönlichkeiten, die auf sehr unterschiedliche Weise zeigen, was Ehrenamt in Ascheberg bedeutet.
Laudatorin Doris Wesselmann (l.) würdigte Bürgerpreisempfänger Andreas Nölkenbockhoff als Mann für alle Fälle! Bürgermeister Thomas Stohldreier (r.) verlieh ihm den Bürgerpreis 2025.