Die Markusfliege kommt nie allein

Von Edith Budde

Herbern. Am 25. April ist der Gedenktag des heiligen Markus – Evangelist und Namensgeber der Markusfliege. Der Name Markusfliege rührt daher, dass in der Zeit um den Markustag am 25.4., häufig Schwärme dieser tiefschwarz glänzenden Mücken zu beobachten sind. Besonderes Merkmal sind die hängenden Beine beim taumeligen Fliegen.

Die Markusfliege (Bibio marci) wird auch als Märzfliege, Märzhaarmücke, oder Markushaarmücke bezeichnet. Oft sieht man sie jetzt in großen Schwärmen an Büschen oder Kleinpflanzen. Für manchen Beobachter hat so eine große Zahl auffällig schwarzer Insekten etwas Beunruhigendes an sich, doch die Märzfliegen sind völlig harmlos. Sie sind in Wahrheit Mücken, genauer gesagt, Haarmücken und sind für Menschen und Haustiere völlig ungefährlich. Sie stechen nicht, beißen nicht und übertragen keine Krankheiten.

Es wurde beobachtet, dass erwachsene Märzfliegen Läuse fressen und somit ein natürlicher Schädlingsbekämpfer sind. Zudem ernähren sie sich von verschiedenen Pflanzensäften und Nektar und bestäuben dabei Blüten. Selbst bei Regen fliegen sie aus.

Zur Paarfindung tanzen die Märzfliegen miteinander in der Luft. Das Weibchen legt nach der Paarung etwa 100 Eier in den lockeren Boden oder in Dünger ab und bald danach sterben die Märzfliegen. Nachdem die neue Generation in 35 bis 40 Tagen geschlüpft ist, entwickeln sich die Larven im Boden, in Dünger oder unter Blättern relativ gesellig und überwintern dort. Da sich die Larven von abgestorbenem Pflanzenmaterial ernähren, spielen sie eine wichtige Rolle bei Abbauprozessen im Boden.

Der Markustag ist in der Landwirtschaft übrigens ein wichtiger Wetter-Lostag. Entsprechende Bauernregeln lauten beispielsweise: „Ist auf Markus die Buche grün, gibt’s ein gutes Jahr.“ Oder „So lang es vor St. Markustag warm ist, so lang es nachher kalt ist.“ Und nicht zu vergessen: „Leg erst nach Markus Bohnen, er wird’s dir reichlich lohnen; doch Gerste, die sei längst gesät, denn nach dem Markus ist’s zu spät.“

© Edith Budde/ Heimatverein Herbern