Dorftrödel trotzt dem Dauerregen
Ascheberg/Herbern/Davensberg. Es waren längst nicht nur die Klassiker wie Spielzeug und Kleidung, die beim Dorftrödel in Ascheberg, Davensberg und Herbern am vergangenen Sonntag neue Besitzer fanden. Auch Haushaltswaren, Sportartikel, Schallplatten und so manches ungewöhnliche Fundstück wechselten die Hände. Einziger Spielverderber: das Wetter. Dauerregen sorgte dafür, dass deutlich weniger Verkäufer und Schnäppchenjäger unterwegs waren als erhofft.
Neben zahlreichen privaten Verkaufsständen vor Häusern, in Garagen und auf Grundstücken gab es auch in diesem Jahr wieder zentrale Anlaufstellen. Auf dem Katharinenplatz in Ascheberg und der Amtswiese in Herbern konnten all diejenigen ihre Stände aufbauen, die außerhalb der dichter besiedelten Bereiche wohnen und dort mit weniger Laufkundschaft rechnen müssen.
Dass sich diese zentralen Plätze bewährt haben, zeigte sich trotz des schlechten Wetters. Teilweise waren sie sogar besser besucht als mancher Stand vor der heimischen Garage.
„Der Platz ist super. Letztes Jahr waren wir im Baugebiet, da sind sage und schreibe zwei Personen vorbeigekommen. Wenn es jetzt noch aufhören würde zu regnen, wäre es perfekt“, sagte Yasmin Sommer die gemeinsam mit ihren Freundinnen einen Stand auf der Amtswiese aufgeschlagen hatte.
Dieser Wunsch sollte sich allerdings nicht erfüllen: Der Regen blieb den Trödelfans nahezu den ganzen Tag erhalten. Viele Teilnehmer, die sich im Vorfeld angemeldet hatten, bauten ihre Stände deshalb gar nicht erst auf.
Das bestätigte auch Organisator Rudi Klopfer aus Ascheberg. „Am Katharinenplatz zum Beispiel war nur etwa ein Drittel der angemeldeten Teilnehmer tatsächlich vor Ort. Aber die, die da waren, hatten Spaß und haben auch das ein oder andere verkauft“, zog Klopfer Bilanz.
Playmobil, Pfannen und Vinyl gefragt
Wer sich vom Wetter nicht abschrecken ließ, konnte dennoch so manches Schnäppchen machen. Playmobil gehörte wie in den vergangenen Jahren zu den besonders gefragten Artikeln. Aber auch Haushaltsgegenstände wie Pfannen, Sportartikel und Vinyl-Schallplatten standen bei den Besuchern hoch im Kurs und wechselten vielfach den Besitzer.
Gut angenommen wurde zudem die Aktion der Landfrauen auf der Sammelstelle auf der Amtswiese. Unter dem Motto „Tasche sucht Tuch – und ein neues Zuhause“ hatten sie gut erhaltene Taschen, Tücher und Accessoires gesammelt. Dinge, die zu schade für den Schrank und zu schön zum Wegwerfen sind, sollten auf diese Weise eine zweite Chance bekommen.
Beim Dorftrödel hieß es dann: stöbern, entdecken und neu verlieben. Gegen eine Spende konnten Besucher ihr neues Lieblingsstück direkt mit nach Hause nehmen.
„Wir haben jetzt den richtigen Platz, aber das Wetter ist natürlich nicht gut“, sagte Anneliese Pille vom Landfrauen-Team. Trotzdem fand die Aktion bei den Besuchern Anklang.
Weniger Umsatz, aber gute Gespräche
Dass der diesjährige Dorftrödel nicht als verkaufsstärkste Ausgabe in Erinnerung bleiben wird, dürfte angesichts des Dauerregens niemanden überraschen. Doch für viele Teilnehmer stand ohnehin nicht allein der Umsatz im Mittelpunkt. Auch Begegnungen mit Nachbarn und Besuchern machten den Reiz der Veranstaltung aus.
Susanne Beerens aus Ascheberg brachte ihre persönliche Bilanz mit einem Augenzwinkern auf den Punkt: „Zehn Besucher und circa 30 Euro Umsatz – aber viel Spaß und gute Gespräche mit den Nachbarn.“
Die Landfrauen boten beim Dorftrödel auf dem Amtsplatz in Herbern unter dem Motto „Tasche sucht Tuch“ gut erhaltene Taschen, Tücher und Accessoires gegen eine Spende an.