Erasmus-Student aus Mallorca - Abschied aus Ascheberg fällt schwer

Ascheberg. Fünf Monate fern der Heimat und doch mitten im Dorfleben angekommen: Der 20-jährige Erasmus-Student Jordi Alaminos Garrigós aus Mallorca hat sein Wintersemester in Deutschland verbracht und in dieser Zeit nicht nur studiert, sondern auch seinen ersten Gedichtband veröffentlicht.

Jordi, Jahrgang 2005, wurde auf Mallorca geboren und studiert Geschichte, Politik und Wirtschaft an der Universitat Autònoma de Barcelona. Sein großer Traum ist es, später einmal als Lehrer zu arbeiten und das Schreiben weiterhin als festen Bestandteil seines Lebens zu pflegen. Schon seit seiner Kindheit begeistert er sich für Literatur, insbesondere für Lyrik. „Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, die Gedichte hier reflektieren das Leben“, beschreibt er seinen poetischen Ansatz.

Mit dem Werk „L’amor ens fa bonanys“ hat er nun den Schritt in die literarische Öffentlichkeit gewagt. Der Gedichtband erschien im Verlag „Talón de Aquiles“. Darin setzt sich der junge Autor mit Themen wie Liebe, Zeit und zwischenmenschlichen Beziehungen auseinander: sensibel, nachdenklich und zugleich hoffnungsvoll. Neben dem Schreiben zählen Sport und ehrenamtliches Engagement zu seinen Interessen.

Zufall führt ins Münsterland

Im Rahmen des Erasmus-Programms zog es Jordi für ein Semester nach Münster. Die Wohnungssuche dort erwies sich jedoch als schwierig. Schließlich half ein glücklicher Zufall weiter: Der Kontakt kam über Thorsten Krebs von „Treppen Krebs“ zustande. Jordis Eltern, die auf Mallorca leben, kennen die Familie Krebs,  so ergab sich die Möglichkeit, in Ascheberg unterzukommen.

Dort wohnte Jordi bei Josef und Roswitha Krebs in einer kleinen separaten Wohnung zur Miete. „Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden“, sagt der 20-Jährige rückblickend. Josef und Roswitha Krebs seien für ihn wichtige Ansprechpartner gewesen, wenn es Fragen gab oder er Unterstützung brauchte.

Gut integriert im Dorfleben

In den fünf Monaten wurde Jordi schnell Teil der Dorfgemeinschaft. Beim TuS Ascheberg spielte er Fußball in der zweiten Mannschaft und knüpfte zahlreiche Kontakte.

Der Winter im Münsterland war für den Mallorquiner eine besondere Erfahrung. „Es war kalt, aber wir hatten Schnee – das kenne ich von zuhause nicht. Auf Mallorca schneit es nicht oft“, erzählt er. Im Januar besuchte ihn seine Freundin in Ascheberg. „Ihr hat es hier auch sehr gut gefallen.“

Auch das Studium in Münster habe ihm sehr gefallen. „In Münster zu studieren ist einfach toll. Ich bin froh, dass ich diese Erfahrungen sammeln durfte.“

Weniger Begeisterung löste allerdings die Bahnverbindung zwischen Ascheberg und Münster aus. „Ausfälle, Verspätungen oder Züge, die gar nicht fuhren – es war oft eine Katastrophe. Es war alles dabei“, sagt er mit einem Schmunzeln. Doch das bleibt sein einziger wirklicher Kritikpunkt.

Nun endet das Semester in Deutschland, und am Freitag geht es für Jordi zurück nach Mallorca. Der Abschied fällt ihm nicht leicht. „Ich bin etwas traurig. Ich wäre gerne noch hier geblieben“, sagt er offen. Besonders die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen habe ihn beeindruckt. „Hier leben viele nette Menschen. Ich komme bestimmt noch einmal zurück.“

Jordi Alaminos Garrigós präsentiert vor historischer Kulisse seinen Gedichtband „L’amor ens fa bonanys“. Hierfür reiste er nach Köln und Stuttgart um Lesungen hierzu anzubieten.

© Isabel Schütte