Erdbeerzeit – Start für Marmeladenglasmomente
Von Edith Budde
Herbern. Erdbeermarmelade ist mit großem Abstand die beliebteste Marmeladensorte und ganz einfach zuzubereiten - dank Gelierzucker. Gelierzucker ist eine Mischung aus Zucker, Pektin und Säuerungsmittel. 1965 brachte das Unternehmen Pfeifer & Langen den ersten Gelierzucker auf den Markt. Dies revolutionierte die Art und Weise, wie Marmeladen und Gelees hergestellt wurden, da die Kochzeiten erheblich verkürzt werden konnten und die Herstellung einfacher wurde. Kein stundenlanges Rühren mehr.
Früher wurde Marmelade deutlich länger eingekocht - oft 30 bis 40 Minuten - mit normalem Zucker im Verhältnis 1:1. Denn um Pektin, das als natürliches, pflanzliches Polysaccharid (Vielfachzucker) in jedem Obst und Gemüse enthalten ist, aus den Früchten zu lösen, ist ein langer Kochprozess notwendig. Das geht jedoch oft zu Lasten der Vitamine und der Farbe. Aufgrund des hohen Zuckergehalts und der langen Kochzeit war die Marmelade aber extrem haltbar. Mit Gelierzucker muss die Masse nur noch ca. 4 bis 5 Minuten sprudelnd kochen, um zu gelieren
Übrigens: Die ersten süßen Brotaufstriche gab es bereits in der Zeit des Römischen Reiches. Die Römer stellten Vorläufer der heutigen Marmelade her, indem sie Früchte, vorwiegend Quitten, in Honig einkochten und dadurch haltbar machten. Der Begriff Marmelade leitet sich vom portugiesischen Wort „marmelada“ ab, das ursprünglich ein aus Quitten hergestelltes Mus bezeichnete. Dieses wiederum stammt von „marmelo“ (Quitte), das auf das lateinische melimelum (Honigapfel) und letztlich auf das griechische melímēlon zurückgeht. Kurz: Das römische Quittenmus war der Vorläufer der heutigen Fruchtaufstriche und Namensgeber unserer leckeren Marmelade.
Wer mehr über Zucker und Süßigkeiten erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, die aktuelle Ausstellung „Süße Verführung“ im Museum Heimathaus in Herbern zu besuchen. Das Museum ist immer samstags und sonntags von 15.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.