Förderschulen im Kreis Coesfeld: Ascheberg fordert vor Entscheidung belastbare Grundlagen

Ascheberg. Die Gemeinde Ascheberg hält an ihrer Kritik an den Plänen des Kreises Coesfeld zur Zukunft der Förderschulen fest. Politik und Verwaltung fordern, dass vor einer Entscheidung des Kreistags zunächst offene Fragen geklärt und verlässliche Zahlen vorgelegt werden.

Hintergrund ist die geplante Zusammenlegung der Pestalozzi- und der Peter-Pan-Schule in einem gemeinsamen Neubau in Dülmen. Mit dem Projekt will der Kreis die Förderschulen mit den Schwerpunkten Lernen und Sprache langfristig neu aufstellen.

Nach Ansicht der Gemeinde fehlen dafür jedoch wichtige Grundlagen. Bürgermeister Thomas Stohldreier betont, dass vor allem belastbare Prognosen zur Entwicklung der Schülerzahlen benötigt werden. Besonders im Förderschwerpunkt „Emotionale und soziale Entwicklung“ (ESE) steige der Bedarf seit Jahren. Erst mit verlässlichen Zahlen könne beurteilt werden, ob die Planungen auch in Zukunft den tatsächlichen Anforderungen entsprechen.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Schulwege. Schon heute seien Kinder aus dem Südkreis teilweise bis zu 45 Minuten unterwegs, um ihre Förderschule zu erreichen. Durch mehrere Haltestellen im Schülerspezialverkehr dauere die Fahrt oft noch länger. Deshalb fordert die Gemeinde, die tatsächlichen Fahrzeiten genau zu untersuchen und zu prüfen, ob diese für die betroffenen Kinder zumutbar sind.

Die Gemeinde macht deutlich, dass sich ihre Kritik nicht gegen den geplanten Neubau richtet. Vielmehr fordert sie, die Entscheidung erst auf Grundlage verlässlicher Zahlen zu treffen. Erst dann könne beurteilt werden, ob die geplante Lösung ausreiche oder ob ein weiterer Förderstandort im Kreis sinnvoll wäre.

Außerdem verweist Ascheberg auf den Schulentwicklungsplan des Kreises. Darin werde bereits darauf hingewiesen, dass lange Schulwege ein sensibles Thema seien. Auch im bisherigen Beteiligungsverfahren hätten sich viele Eltern und Kommunen für den Erhalt der bisherigen Teilstandorte ausgesprochen. Gleichzeitig gehe auch der Kreis davon aus, dass eine Zusammenlegung für viele Kinder längere Fahrzeiten bedeuten würde.

Für die Gemeinde steht deshalb das Wohl der betroffenen Kinder im Mittelpunkt. Ziel sei nicht, den Neubau zu verzögern, sondern gemeinsam die beste Lösung für die Familien im Kreis Coesfeld zu finden.

Vor der Entscheidung des Kreistags sollen nun Gespräche zwischen dem Kreis und den betroffenen Kommunen stattfinden. Aus Sicht der Gemeinde bietet das die Chance, offene Fragen zu klären und mögliche Alternativen zu prüfen.

Die Gemeinde Ascheberg fordert vor der Entscheidung über die künftige Förderschullandschaft im Kreis Coesfeld belastbare Daten und Gespräche mit den betroffenen Kommunen.

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