Frank Holtrup verlässt nach 15 Jahren die Ascheberger Politikbühne

Nach über 15 Jahren ist Schluss: Frank Holtrup (44) wird bei der nächsten Kommunalwahl für den Verein „Wir für Ascheberg“ nicht mehr antreten und macht ab Anfang Oktober Platz für seinen Nachfolger Michael Meyer Weitkamp.

Als sachkundiger Bürger hat Holtrup 2008 als Bauingenieur sein Fachwissen insbesondere im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss für die CDU eingebracht. Ein Jahr später ging er mit einem Direktmandat für die Christdemokraten als jüngster Ratsherr der Gemeinde Ascheberg in die Geschichtsbücher ein. Auch 2014 war der Herberner in der Politkarriere als Ratsherr in der zweiten Runde für die CDU gesetzt. 2018 - der große Bruch mit der CDU.

Dabei gab Holtrup an, dass die CDU-Ortsfraktion an der Entscheidung keine direkte Schuld trifft. Trotz unterschiedlicher Meinungen zu einigen Themen habe man stets einen respektvollen Umgang gepflegt. Seine Hauptgründe lägen vielmehr in der Untätigkeit der CDU im Umgang mit vielen bundespolitischen Themen. Ein elementar wichtiges Thema sah und sieht Holtrup zudem im Umgang mit der Natur. Man steuere auf ein nie da gewesenes Artensterben mit einem Kollaps der Flora und Fauna zu. In diesem Zusammenhang kritisierte er auch die seiner Meinung nach damals fehlgeleiteten Subventionen und Prämien. Holtrup wollte nicht mehr der „Querkopf“ in der CDU sein, sondern sich andere Strategien überlegen. Somit kehrte er Partei und Fraktion den Rücken zu, hat sein Direktmandat als freier Ratsherr aber weiter ausgeübt.

Ein Jahr nach dem großen Knall, sprich 2019 gründete Holtrup mit sechs Mitstreitern eine neue unabhängige Wählervereinigung – die freien Wähler Ascheberg. „Hier sei gesagt, dass die politischen Newcomer (vornehmlich Stephan Heitbaum) mich animiert haben, noch eine weitere Zeit - die Fahne der Demokratie hochzuhalten. Eine solche Vereinsgründung ist mit sehr großem zusätzlichem Zeitaufwand verbunden.“ Das sich der Aufwand lohnte zeigte sich 2020 mit dem Gewinn der Wahl als viertstärkste Kraft vor UWG und FDP mit 7,61% als Fraktion. Holtrup ist bis heute Fraktionsvorsitzender des Vereins, der sich vor ein paar Wochen in „Wir für Ascheberg“ unbenannt hat.

In einer Pressemitteilung erklärt Holtrup die Gründe seines Rückzuges. „Da ich zur nächsten Kommunalwahl nicht mehr antreten werde, mache ich in unserem Verein „Wir für Ascheberg“ Platz für ein neues Gesicht. Michael Meyer Weitkamp hat sich bereit erklärt, für das letzte Jahr das Ratsmandat zu übernehmen. So können sich die ehemaligen freien Wähler in Ruhe für die nächste Wahl vorbereiten und ausrichten. Das Ganze ist ein geplanter Schritt, da der ehrenamtliche Zeitaufwand im Sinne der Demokratie nun auch von guten Geistern weitergetragen wird. Dennoch gibt die allgemeine politische Entwicklung Anlass zu großer Sorge. Ich will hoffen, dass es auch weiterhin vernünftige Menschen an der Basis geben wird, die unsere Demokratie und unsere Freiheit verteidigen. Nicht immer einer Meinung zu sein ist anstrengend, aber auch wichtig. Stets einen vernünftigen Umgang zu wahren unerlässlich. Ebenso ist aus meiner Sicht eine unabhängige kommunale, in der Mitte stehende Wählergemeinschaft wichtig, im politischem Alltagsgeschehen unserer Gemeinde. Ich gehe ohne Groll und bin nun erleichtert dieses Amt abgeben zu können. Ich werde das letzte Jahr noch beratend und als sachkundiger Bürger im Bau- und Planungsausschuss (BPA) und Nachhaltigkeits- und Mobilitätsausschuss (NMA) für die Wir für Ascheberg (WFA) zu Verfügung stehen.“

Nach 15 Jahren ist Schluss, Frank Holtrup verabschiedet sich aus der Politik.

© Isabel Schütte