Giftiger Pilz in Kartoffelform

Er sieht aus wie eine Kartoffel. Ob er auch so schmeckt, sollte man besser nicht probieren. Denn der Kartoffelpilz, der jetzt überall im Wald aus dem Boden schießt, ist für uns Menschen ungenießbar. Er verursacht Verdauungsbeschwerden wie Erbrechen und Bauchschmerzen, akute Brechdurchfälle können ebenfalls auftreten. Zudem können Schweißausbrüche sowie niedriger Blutdruck mit Schwindel, Kollaps, möglicherweise bis zur Bewusstlosigkeit auftreten. Die Giftwirkung kann schon 30 bis 45 Minuten nach der Pilzmahlzeit auftreten. Auch Sehstörungen, Missempfindungen, Krämpfe und rauschartige Zustände sind nach dem Konsum von Kartoffelbovisten (Scleroderma) jedenfalls in einzelnen Fällen aufgetreten.  Welche Giftstoffe den Pilz giftig machen, ist bisher nicht eindeutig geklärt.

Über die äußeren Merkmale ist der Kartoffelbovist mit essbaren Bovisten verwechselbar. Deshalb ist es wichtig, den Unterschied zu kennen. Alle Boviste, die innen völlig weiß sind, sind nicht giftig. Das Fleisch des Kartoffelbovistes ist in frühester Jugend metallisch gelblich, bald wird es völlig schwarz. Bei der Reife bricht die dicke Schale am Scheitel auf und gibt die nunmehr reife, schwarze, pulverige Sporenmasse frei. Der Geruch dieser Masse ist stechend leuchtgasartig. Wer weiß, wie Leuchtgas riecht, ist gewarnt.

Der metallisch stechende Geruch lädt eigentlich nicht zum Essen ein. Dennoch wurde der Kartoffelbovist schon des Öfteren als Zugabe zu irgendwelchen Speisen serviert: Nämlich als billige Fälschung teurer Trüffel. Man verwendete das feingeschnittene schwarze, noch feste Fruchtkörperfleisch getrocknet als Trüffelersatz zum Würzen.

Text: Edith Budde (Heimatverein Herbern)

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