Herbern wird Schott-Land – und das schlückchenweise seit 25 Jahren
Von Claudia Hurek
Ein Interview mit Edwin und Ingi Schott
„Schon in den 60er-Jahren hatten wir einen Kunden aus dem Bergischen Land, der ein großer Fan unserer Weine war“, erzählt Edwin Schott. „Er hatte eine Jagdpacht in Herbern und brachte unseren Wein jedes Jahr zum Abschluss der Jagd mit. Irgendwann wurde ihm das allerdings zu umständlich. Also fragte er uns, ob wir den Wein nicht direkt dorthin liefern könnten, wo sich die Jäger trafen.“
Aus dieser ersten Lieferung entwickelte sich im Laufe der Jahre immer mehr. „So ist unser Kundenkreis in Herbern stetig gewachsen“, erinnert sich Schott. Vor gut 25 Jahren folgte dann der nächste entscheidende Schritt: „Bei einer unserer Lieferungen haben wir Martina Grünert kennengelernt. Sie fragte uns, ob wir nach dem Reitturnier beim Helferfest auf Schloss Westerwinkel eine Weinprobe machen würden. Irgendwann hat sie uns dann auch davon überzeugt, mit einem Stand beim Reitturnier dabei zu sein. Sie war der Meinung, dass das eine tolle Ergänzung wäre – und damit hatte sie absolut recht.“
Dass daraus eine so lange und besondere Verbindung entstehen würde, hätten Edwin und Ingi Schott damals nicht gedacht. „Eigentlich haben wir das Martina zuliebe gemacht“, sagt Edwin und lacht. „Aber wir wurden hier mit einer außergewöhnlichen Gastfreundschaft empfangen. Wir haben uns sofort mit den Herbernern verstanden und fühlen uns inzwischen fast ein bisschen wie zu Hause.“
Auch Ingi Schott hat über die Jahre viele schöne Erinnerungen gesammelt. „Zahlreiche Herberner haben uns inzwischen in Wallhausen besucht. Für dieses Jahr hatten wir eigentlich ein kleines Jubiläumsfest geplant. Leider sind unsere Kinder an diesem Wochenende auf einer Hochzeit, einer unserer Söhne sogar als Trauzeuge. Deshalb mussten wir unsere Pläne schweren Herzens verschieben.“
Aufgeschoben ist jedoch nicht aufgehoben. Der Vorstand des Reitvereins plant bereits einen Besuch auf dem Weingut der Familie Schott, um gemeinsam etwas Besonderes für das kommende Jahr auf die Beine zu stellen. „Unsere jüngere Generation hat schon einige spannende Ideen“, verrät Edwin Schott. „Mal sehen, was wir gemeinsam daraus machen.“
Das Weingut selbst blickt auf eine lange Geschichte zurück. 1959 füllten die Eltern von Edwin Schott erstmals einen eigenen Jahrgang ab. Für ihn steht bis heute fest: „Wenn man diesen Beruf ohne Freude macht, kommt nichts dabei heraus. Wer aber mit Leidenschaft dabei ist, wird auch erfolgreich sein.“
Besonders beeindruckt sind Edwin und Ingi Schott bis heute von den Menschen in Herbern. „In all den Jahren, die wir inzwischen beim Reitturnier dabei sind, haben wir unglaublich viel Wertschätzung erfahren“, sagt Edwin. „Egal ob jung oder alt: Die Menschen sind freundlich und höflich und bedanken sich sogar dafür, dass wir jedes Jahr wiederkommen. Das erlebt man heute nicht überall.“
Genau darin liegt für die beiden der besondere Charakter des Herberner Reitturniers. „Hier feiern alle Generationen gemeinsam in entspannter Atmosphäre. Man setzt sich zusammen an einen Tisch, kommt ins Gespräch und genießt einfach die Zeit miteinander. Genau das ist es, was Herbern für uns so besonders macht – und weshalb wir jedes Jahr so gerne wiederkommen.“
Seit rund 25 Jahren eine feste Größe beim Herberner Reitturnier: Ingi und Edwin Schott bringen nicht nur Wein aus Wallhausen mit, sondern längst auch ein gutes Stück „Schott-Land“ nach Herbern.