Internationales Badmintonturnier: Indische Nachwuchsspieler zu Gast in Herbern

Herbern/Lüdinghausen. Zwei junge Badminton-Talente aus Indien sind derzeit im Münsterland zu Gast. Sandeep Kumar (17) und Daksha Vinoth Bindu (14) wohnen aktuell gemeinsam mit Dakshas Vater Seeded in einer Ferienunterkunft in Herbern. Von dort aus fahren sie täglich nach Lüdinghausen zur Drei-Burgen-Arena.

Seit Mittwoch (4. März) findet hier eines der wichtigsten Nachwuchsturniere im internationalen Badminton statt. Der sogenannte Junior Grand Prix gehört zu den bedeutendsten Wettbewerben für junge Spielerinnen und Spieler weltweit. Insgesamt gibt es davon nur vier Turniere: zwei in Asien, eines im niederländischen Haarlem und eines in Lüdinghausen.

Dass ein solches Turnier im Münsterland ausgetragen wird, hat seinen Grund. Der Badmintonstandort Lüdinghausen hat sich in den vergangenen Jahren einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Die erste Mannschaft spielt seit Jahren auf hohem sportlichem Niveau, und auch organisatorisch genießt der Verein international großes Vertrauen.

Insgesamt 384 Nachwuchssportler aus 38 Nationen nehmen an dem Turnier teil. Viele von ihnen gelten als große Talente ihrer Sportart. Einige könnten in Zukunft sogar Welt- oder Europameister werden oder bei Olympischen Spielen antreten.

Auch die beiden Gäste aus Indien schlagen sich bislang gut. Sandeep Kumar liegt aktuell auf Rang 13, während Daksha Vinoth Bindu sogar Platz 6 erreicht hat.

Der Aufenthalt in Deutschland hat jedoch wenig mit Urlaub zu tun. Neben den Wettkämpfen stehen täglich Trainingseinheiten auf dem Programm. „Das ist harte Arbeit“, sagt Dakshas Vater Seeded.

Zusätzlich müssen die beiden Jugendlichen weiterhin die Schule im Blick behalten. Wegen der Zeitverschiebung von viereinhalb Stunden nehmen sie zwischen Training und Turnier auch am Online-Unterricht in Indien teil.

Der Transport zwischen Unterkunft und Sporthalle wird teilweise von der Turnierleitung organisiert. Ansonsten nutzen die drei Fahrdienste. Von Deutschland haben sie bislang einen sehr positiven Eindruck. „Die Menschen hier sind sehr nett“, sind sich alle drei einig.

Bis zum 10. März bleiben sie noch in Herbern. Danach geht es zurück nach Indien. Vor ihnen liegt dann ein rund zehnstündiger Flug.

Die Kosten für die Reise und den Aufenthalt tragen die Sportler und ihre Familien bisher selbst. „Wir hoffen, dass wir bald Sponsoren finden“, sagt Seeded. „Dann wäre vieles einfacher.“

Von links: Sandeep Kumar (17) und Daksha Vinoth Bindu (14) aus Indien nehmen derzeit am internationalen Junior-Grand-Prix-Badmintonturnier in der Drei-Burgen-Arena in Lüdinghausen teil und wohnen während ihres Aufenthalts in Herbern.

© Thomas Schütte