Wilfried Voß: 50 Jahre im Dienst des Glaubens
Der 77-jährige Pfarrer im Ruhestand blickt auf bewegte Jahrzehnte, gelebte Ökumene und besondere Begegnungen zurück. Auch in Herbern und Walstedde hat er bleibende Spuren hinterlassen.
Herbern/Ascheberg. Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass Wilfried Voß in den Dienst der Evangelischen Kirche ordiniert wurde. Am 24. Oktober 1976 erhielt er durch den Herforder Superintendenten Rudolf Müller-Knapp die Ordination „zum Dienst der öffentlichen Verkündigung in der Evangelischen Kirche“. Genau 50 Jahre später blickt der heute 77-jährige Pfarrer im Ruhestand auf ein erfülltes Berufsleben zurück. Gefeiert wird das besondere Jubiläum am morgigen Sonntag, 25. Oktober, mit einem Dankgottesdienst in der Gnadenkirche in Ascheberg.
Mit seiner Ordination begann für Voß ein neuer Lebensabschnitt. „Damit konnte ich mich dann um das Pfarramt in einer Kirchengemeinde bewerben“, erinnert er sich. Es folgte das Hineinfinden in die vielfältigen Aufgaben des Pfarrberufs. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm dabei die Begegnungen mit Menschen aus den Missionsgebieten der Gossner Mission in Sambia und Indien.
Gelebte Ökumene in Herbern und Walstedde
Von 1989 bis 2005 war Voß Pfarrer des dritten Bezirks der Evangelischen Kirchengemeinde Bockum-Hövel, zu dem auch Herbern und Walstedde gehörten. Zwei Entwicklungen aus dieser Zeit sind ihm bis heute besonders wichtig.
Zum einen war es die enge ökumenische Zusammenarbeit mit Pfarrer Rudolf Kruse. Aus dem Miteinander der beiden Geistlichen entwickelte sich nach seinen Worten eine „wahre“ ökumenische Zusammenarbeit, die das kirchliche Leben vor Ort bereicherte.
Zum anderen erinnert sich Voß gerne an die bauliche Entwicklung der Gemeinde. Der Neubau eines Pfarrhauses, die Neugestaltung der Auferstehungskirche und der Bau eines Gemeindehauses waren wichtige Meilensteine. Im Dezember 1995 wurde das Jochen-Klepper-Haus in Herbern nach neunmonatiger Bauzeit feierlich eingeweiht. Bei der damaligen Schlüsselübergabe nahm Voß den Schlüssel für das neue Gemeindehaus entgegen.
Dass diese Vorhaben verwirklicht werden konnten, war für ihn keineswegs selbstverständlich. „Nur durch die Hilfe vieler Gemeindeglieder, aber auch katholischer Mitchristen konnte die Gestaltung des Zentrums erfolgreich vollendet werden“, betont er.
Auch seine Ehefrau Marie-Luise war dem kirchlichen Leben in Herbern und Walstedde eng verbunden. Sie leitete über viele Jahre den evangelischen Chor Herbern/Walstedde.
Der Glaube als tragende Kraft
Nach fünf Jahrzehnten im Dienst der Kirche sind es nicht allein die sichtbaren Erfolge, auf die Wilfried Voß zurückblickt. Vielmehr ist es sein Glaube, der ihn durch die unterschiedlichen Lebensphasen getragen hat.
Ein Bibelwort aus seiner Ordinationsurkunde hat für ihn bis heute besondere Bedeutung: „Ihr habt mich nicht erwählt, sondern ich habe euch erwählt und gesetzt, dass ihr hingehet und Frucht bringet und eure Frucht bleibe.“
Diese Worte haben ihn durch seinen Dienst begleitet. „Die Erfahrung zu machen, dass ich mich in schweren Momenten getragen wusste und dass ich beglückende Momente des Dienstes erleben durfte, hat mir die nötige Geborgenheit gegeben und meinen Glauben an Gottes Gnade gefestigt“, sagt Voß rückblickend.
Dankgottesdienst am Sonntag
Sein 50-jähriges Ordinationsjubiläum feiert Wilfried Voß am heutigen Sonntag, 25. Oktober, um 11 Uhr mit einem Dankgottesdienst in der Gnadenkirche in Ascheberg.
50 Jahre im Dienst des Glaubens: Pfarrer Wilfried Voß (77) feiert sein Ordinationsjubiläum. Besonders gerne erinnert er sich an seine Zeit in Herbern und Walstedde, wo er von 1989 bis 2005 das evangelische Gemeindeleben mitgestaltete.