Kiepenkerl und Fotograf - Anton Goldschmidt war in den 1980er Jahren in doppelter Mission in Herbern unterwegs
Herbern Antonius Goldschmidt war in den 1980er Jahren ein gefragter Mann in Herbern. Zum einen hielt er Passbilder, Hochzeiten und sonstige Veranstaltungen im Bild fest und zum anderen war er der erste Kiepenkerl im Heimatverein Herbern
Am 1. Juni 1975 wurde vom Herberner Heimatverein unter Regie des damaligen Vorsitzenden Josef Farwick die Tradition der Volkstrachten wieder neu belebt. Neben Bauer und Bäuerin kam damals auch der Kiepenkerl bei besonderen Anlässen der Heimatfreunde. In den 1970er bis in die 1990er Jahre war Anton Goldschmidt mit Kiepe und Pfeife unterwegs. Goldschmidt lebte diese Tradition.
Auch als Fotograf hatte er sich einen Namen gemacht. Sein damaliges Haus am Kirchplatz war den Herbernern wohlbekannt, denn zu der Zeit war Anton Goldschmidt der einzige, der Passfotos vor Ort anfertigte. In der Diele wurde das Foto geknipst, in der Küche entwickelt und anschließend mit einem Fön getrocknet. Fertig war das Unikat. Jeder Influencer würde heute die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, denn die Fotos waren alle ohne Filter und zeigten oft die brutale Wahrheit. Handy und Internet gab es ja sowieso nicht und von daher musste sich auch keiner Gedanken machen, dass sein Foto einmal um die Welt geht. Datenschutz ging also früher auch, nur in einer anderen Konstellation.