Neuer Profilschulcampus in Ascheberg startet pünktlich zum Schuljahr

Ascheberg. Nach mehreren Jahren der Planung und Bauarbeiten ist der neue Profilschulcampus in Ascheberg zum Schuljahr 2026/2027 bezugsbereit. Moderne Lernräume, offene Strukturen und ein nachhaltiges Energiekonzept prägen die beiden Neubauten. Zum Schulstart konnten die Schülerinnen und Schüler die neuen Gebäude erstmals vollständig nutzen. Auch für die Lehrkräfte beginnt damit der reguläre Betrieb in einer neu gestalteten Lernumgebung. Schulleiter Stephan Helfen zeigte sich bei einer Besichtigung kurz vor Schulbeginn sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Für ihn sei es etwas Besonderes, die Entstehung eines komplett neuen Schulstandortes während seiner beruflichen Laufbahn begleiten zu können.

Architektur mit eigenem Charakter

Die beiden Neubauten folgen einem klaren gestalterischen Konzept. Sichtbeton, Holzflächen, kräftige Farbakzente und offene Lernbereiche bestimmen das Erscheinungsbild. Bei der Planung wurde zusätzlich Wert auf eine durchdachte Innenraumgestaltung gelegt. Besonders auffällig sind die bewusst schlicht gehaltenen Treppenhäuser. Sichtbeton an Wänden und Decken wird dort durch orangefarbene Handläufe ergänzt. Die reduzierte Gestaltung ist Teil des architektonischen Konzepts.

Große Fenster sorgen für viel Tageslicht. Viele Lernräume bieten zudem einen direkten Blick ins Grüne. Die Räume sind auf das pädagogische Konzept des selbstständigen Lernens ausgerichtet und sollen den Schülerinnen und Schülern beim eigenständigen Arbeiten mehr Bewegungsfreiheit ermöglichen. In den einzelnen Jahrgangsbereichen sind die Räume als sogenannte Cluster organisiert. Dazu gehören Lern- und Differenzierungsräume, dezentrale Sanitärbereiche, eine Küche sowie barrierefreie Einrichtungen. Offene Flächen in der Mitte der Bereiche können gemeinsam zum Lernen und für den Aufenthalt genutzt werden. Jede Schülerin und jeder Schüler erhält zudem einen eigenen Spind. Auch vorhandene Möbel aus dem bisherigen Schulgebäude wurden teilweise weiterverwendet. Zusätzliche Ausstattung soll dort angeschafft werden, wo weiterer Bedarf besteht.

Aula als Mittelpunkt des Campus

Ein zentraler Bestandteil des neuen Campus ist die Aula im Gebäude B. Sie soll künftig als Treffpunkt der Schulgemeinschaft und für Begrüßungen, Präsentationen und schulische Aufführungen genutzt werden. Ein Theaterraum und ein Musikraum können flexibel mit der Aula verbunden werden. Mobile Trennwände ermöglichen verschiedene Raumgrößen und sorgen gleichzeitig für Schallschutz.

Auch an anderen Stellen wurden zusätzliche Lern- und Aufenthaltsflächen geschaffen. Gepolsterte Fensternischen können beispielsweise als Sitz- und Arbeitsplätze genutzt werden. Für die Lehrkräfte stehen ebenfalls neue Räume zur Verfügung. Neben Arbeitsplätzen und Teamtischen gibt es einen separaten Rückzugsbereich. Die neuen Räumlichkeiten sollen sowohl konzentriertes Arbeiten als auch den Austausch im Kollegium ermöglichen.

Nachhaltige Technik und ressourcenschonende Bauweise

Bei der Planung der Neubauten spielte Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Eine klassische Klimaanlage wurde nicht eingebaut. Stattdessen kommen unter anderem Lüftung, Geothermie und passive Kühlung zum Einsatz. Dadurch kann die Raumtemperatur an warmen Tagen spürbar abgesenkt werden. Zusätzlichen Schutz vor Wärme bieten die erhaltenen großen Bäume auf dem Schulgelände sowie außenliegende Sonnenschutzelemente.

Die beiden Neubauten sind bereits nach dem Gold-Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) vorzertifiziert. Nach Abschluss des endgültigen Audits soll zudem eine KfW-Förderung von rund 1,9 Millionen Euro abgerufen werden können. Zum Nachhaltigkeitskonzept gehören außerdem Photovoltaikanlagen und ein Gründach. Dieses soll im Sommer zusätzlich kühlen und Regenwasser zurückhalten. Nur wenige Bäume mussten für die Bauarbeiten gefällt werden. Das Holz wird teilweise für Sitzbänke weiterverwendet. Auch vorhandene Pflastersteine wurden recycelt.

Pünktlich zum Schulstart fertiggestellt

Ein wesentliches Ziel der Bauphase war es, die Gebäude rechtzeitig nach den Sommerferien beziehen zu können. Dieses Ziel wurde erreicht. Kleinere Restarbeiten stehen zwar noch aus, der reguläre Schulbetrieb konnte jedoch wie geplant beginnen.

Die Einhaltung des Zeitplans war auch für weitere Schulprojekte wichtig. Der bisherige Profilschulstandort in Herbern soll künftig von Grundschülerinnen und Grundschülern genutzt werden. Gleichzeitig steht in Ascheberg noch die Sanierung von Haus A an. An Planung und Umsetzung des Projekts waren zahlreiche Beteiligte aus Schule, Verwaltung, Architektur und Bau beteiligt. Bürgermeister Thomas Stohldreier hob insbesondere die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche hervor.

Nach mehreren Jahren der Planung und Bauarbeiten beginnt nun der entscheidende Abschnitt: Der neue Campus wird im Schulalltag genutzt. Für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte startet damit nicht nur ein neues Schuljahr, sondern auch ein neues Kapitel der Profilschule Ascheberg.

Schulleiter Stephan Helfen fasst seine Eindrücke so zusammen: „Für mich ist es ein Traum. Es ist eine topmoderne Lernlandschaft, und auch im Kollegium sind sich alle einig, dass sie einfach schön geworden ist.“

Pünktlich bezugsbereit: Zum Schuljahr 2026/2027 konnte der neue Profilschulcampus in Betrieb genommen werden.

© Schütte