Podiumsdiskussion über den Wolf

Der Wolf – in Herbern ist er seit 189 Jahren allgegenwärtig, denn am 19. Januar 1835 wurde der letzte Wolf in Westfalen vom Gastwirt Joseph Hennemann in der Bauernschaft Horn zur Strecke gebracht. Im März 2022 wurde wieder ein Wolf in Herbern gesichtet – der erste nach knapp 200 Jahren. Sesshaft wurde er hier nicht, er war einfach nur auf der Durchreise.

Aber der Wolf polarisiert, damals wie heute. Zur Podiumsdiskussion hat Dienstagabend der erste Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Tierzucht und Tierhaltung im Kreis Coesfeld und Kreis Recklinghausen (VFTT), Jörg Stratmann in die Aula der Profilschule in Herbern eingeladen. Die Referenten mit Staatssekretär Dr. Martin Berges aus dem Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW, Coesfelds Kreislandwirt Georg Silkenbömer, Klaus Dahms als Wolfs- und Luchsberater der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Coesfeld sowie Jens Goldfuß als Herdenschutzberater der Landwirtschaftskammer NRW waren sich einig, dass man ein aktives „Wolfsmanagement“ einsetzen, um den aufkommenden Problemen entgegenwirken zu können.

Dieses beschreibt die vorgesehenen Handlungsabläufe zum Vorgehen bei Hinweisen auf Wölfe. Er legt konkrete Zuständigkeiten fest, benennt Ansprechpartner vor Ort und erläutert die im Konflikts- oder Schadensfall erforderlichen Maßnahmen. Der Wolfsmanagementplan orientiert sich, wie vergleichbare Pläne anderer Bundesländer, an dem Fachkonzept „Leben mit Wöfen“ des Bundesamtes für Naturschutz.

Dennoch, Wolfsangriffe sorgen immer wieder für emotionale Debatten - vor allem, wenn bei einer einzigen Attacke zahlreiche Tiere getötet werden. Hier ist in jedem Fall die Meldekette wichtig. Nutztierhalter können ihre Weiden mit speziellen Zäunen versehen, aber einen 100- prozentigen Schutz gibt es nicht. Dieses wurde auch bei der Podiumsdiskussion mit Marianne Lammers als Geschäftsführerin der Kreisstelle Coesfeld /Recklinghausen deutlich. Stratmann lobte die Diskussion auf Augenhöhe, die vor allem sachlich von statten ging. Meister Isegrim hat seine Daseinsberechtigung, da waren sich alle Anwesenden einig. "Allerdings geht dieses nicht ohne Rücksicht auf die Tierhalter zu nehmen. Eine Regulierung ist durchaus erforderlich", resümierte Stratmann.

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