Spielgeräte in Kita bekommen keinen TÜV mehr- Ersatz wird es nicht geben - die Kassen sind leer
Herbern – Der Außenbereich der Kita St. Benedikt gleicht zur Zeit einer Baustelle. Fünf Spielgeräte haben kein TÜV-Siegel bekommen. Die Kassen des Trägers, hier der katholischen Kirche, sind leer. Ersatzgeräte wird es nicht geben.
Ob Wackelbrücke, die Treppe am großen Rutschenturm, marode Kletterstangen oder zwei von drei Spielhütten. Sie alle weisen Mängel auf, die teilweise oder gar nicht mehr repariert werden können, bzw. dürfen. „Die Spielgeräte sind einfach in die Jahre gekommen. Teilweise sind sie 25 oder 30 Jahre alt. Dass diese nicht mehr durch den TÜV gekommen sind, war schon berechtigt“, so Kita-Leiterin Tanja Tresselt.
Die Wackelbrücke ist inzwischen entfernt, die Treppe am Rutschenturm erneuert. Die Kletterstangen sind nach wie vor tabu. „An den Holzhütten gab es Ausbesserungsarbeiten seitens der Elternschaft. In diesem Jahr dürfen diese noch bespielt werden. Im nächsten Jahr ist spätestens Schluss“, sagt Tanja Tresselt im Gespräch. Seitens der Trägerschaft, hier ist es die katholische Kirche, sind keine Neuanschaffungen in der Planung. „Die Kassen sind leer. Es sind keine Gelder hierfür offen“, sagt Verbundleitung Sandra Schulz. Auch in anderen Kita-Einrichtungen in der Gemeinde wird es über kurz oder lang die gleichen Problem geben.
„Bei den Holzhütten sieht man die Instabilität erst auf dem zweiten Blick. Bei einer sind die Holzböden morsch und bei der anderen Hütte ist das Dach undicht. Das geht natürlich nicht“, betont Tresselt.
Lediglich die Schaukeln, das Wipptier, Rutschen und den Sandkasten dürfen die 72 Kita-Kinder noch benutzen.
Auch die Elterninitiative kann hier nur bedingt helfen, denn Spielgeräte für die Kleinen selbst zu bauen ist nicht zulässig, denn schließlich müssen diese strenge europäische Normen einhalten. Neu beschaffte Spielplatzgeräte müssen immer mit einem GS-Kennzeichen (Geprüfte Sicherheit) versehen sein. Ebenfalls ist ein Sommerfest oder Ähnliches, wo man durch Waffel-Verkäufe oder ähnliche Spenden sammeln könnte, aufgrund der Umsatzsteuerpflicht der kath. Kirche gar nicht mehr möglich.
In dieser Woche haben die Eltern der Kita schon die Ärmel hochgekrempelt und das Außengelände von Unkraut befreit sowie kleine Reparaturarbeiten erledigt. „Da muss ich seitens der Kita auch ein großes Dankeschön weitergeben, denn ohne diese Hilfe würde es überhaupt nicht funktionieren“, so Tresselt.
Die "Eisdiele" der Kita wird spätestens zum Jahresende geschlossen. Der Holzboden ist morsch.
Die Kletterstangen dürfen nicht mehr benutzt werden. Die Holzphäle sind marode.
Die Treppe am großen Rutschenturm wurde erneuert.
Die Dachpappe an der Holzhütte ist nicht mehr dicht und hat somit auch das Holz in Mitleidenschaft gezogen.
Die Hängebrücke wurde mittlerweile abgebaut. Dieses Spielgerät wird es so in Zukunft nicht mehr geben.