Vergifteter Wanderfalke von St. Benedikt - Fassungslosigkeit in Herbern
An der St. Benedikt Kirche haben Unbekannte ein Wanderfalken-Weibchen mit einem Giftköder vergiftet. Die drei bereits geschlüpften Jungvögel sind anschließend verhungert. Wie die Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz im NABU NRW (AGW) und das Komitee gegen den Vogelmord mitteilt, wurde Anfang Mai auf dem Brutplatz ein Elternvogel tot aufgefunden.
" Leider war das Tier bereits so stark verwest, dass eine Giftanalyse nicht mehr durchgeführt werden konnte.", so Thorsten Thomas von der AGW. Aber da es an der Kirche St. Marien in Lünen (Kreis Unna) sowie in Lengerich (Kreis Steinfurt) zu ähnlichen Vorfällen kam, liegt die Vermutung nahe, dass der Wanderfalke wie in Lünen und Lengerich mit dem verbotenen Insektizid Carbofuran vergiftet wurde.
"Wir gehen davon aus, dass die Täter sogenannte Kamikaze-Tauben verwendet haben. Dabei handelt es sich um lebende Vögel, die mit einer Giftpaste bestrichen und anschließend an den Brutplätzen der Falken freigelassen werden", berichtet Biologe Marvin Fehn vom Komitee gegen den Vogelmord. Dieser perfiden Methode sind in den letzten Jahren bereits Dutzende Wanderfalken zum Opfer gefallen, unter anderem an Brutplätzen in NRW, Bayern, Hessen, Baden-Württemberg, Thüringen, Österreich und in der Schweiz. Bei den Tätern handelt es sich laut Komitee in der Regel um Geflügelhalter oder Taubenzüchter, die in Wanderfalken eine Bedrohung für ihre Tiere sehen.
Wolfgang Korte als erster Vorsitzender des heimischen Taubenverein „Eilbote Herbern“ ist richtig sauer über die Aussagen des NABU. „Da werden die Brieftaubenzüchter beschuldigt, Kamikaze-Tauben, die mit einer Giftpaste bestrichen sind, an den Brutplätzen der Wanderfalken frei zu lassen. Diese Behauptung weisen die Brieftaubenzüchter aus Herbern entschieden zurück, da sie niemals eine Taube ihres Schlages für derartige Zwecke hergeben würden. Jede Taube ist für sie wertvoll. Alle Brieftaubenzüchter lieben ihre Tauben und üben ihren Taubensport mit Respekt vor allen Kreaturen aus.“
Wer für die nachgewiesenen Taten verantwortlich ist, steht noch nicht fest. Das Komitee gegen den Vogelmord und die AGW haben mittlerweile Strafanzeige erstattet und die neu eingerichtete Vernetzungsstelle gegen Umweltkriminalität im Landeskriminalamt NRW eingeschaltet. Für Informationen, die zur Ermittlung der Täter führen, hat das Komitee außerdem eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro ausgelobt. Hinweise bitte direkt an die Polizei oder das Komitee gegen den Vogelmord in Bonn (Tel.: 0228/665521, Email: info@komitee.de).