Warten auf vier Glockenschläge
Fünf Glocken läuten eigentlich der St. Benedikt Kirche. Zur Zeit gibt es ein Problem mit dem Ausführen der vier Glockenschläge, die immer vor der vollen Stunde stattfinden. Auf Nachfrage bei Küster Uwe Reiner Bochmann bestätigt er das Problem. „Ja, das ist bekannt. Wenn ich auf meine Läuteanlage gucke, werden die vier Schläge nicht ausgeführt. Wird wohl ein technischer Defekt sein. Der Techniker ist aber schon informiert.“
Seit über 80 Jahren geben die Glocken den Ton im Dorf an. Während des zweiten Weltkrieges mussten 1942 alle Glocken, bis auf die kleine Benediktusglocke abgeliefert werden. Nach dem Krieg wurden 1948 fünf neue Glocken bei der Glockengießerei Junker in Brilon gegossen - finanziert durch Lebensmittel wie Schinken und Speck - und am 1. Mai desselben Jahres feierlich geweiht. Die St.-Joseph-Glocke trägt die gleiche Inschrift wie die gleichnamige Glocke der Kirche St. Christophorus Kirche in Werne, die ebenfalls 1948 gegossen worden ist.
Das Glockengeläut ist ein Gesetz für sich, jede Glocke hat ihre Funktion. Zum Beispiel erklingt die große Glocke mit den anderen Glocken nur zu Hochfesten und solistisch zum Tod eines Papstes, eines Diözesanbischofs, eines Ortsgeistlichen und beim Gedenken der Toten an Allerheiligen. Auf ihr werden außerdem die Angelusschläge ausgeführt. Die zweite Glocke wird zum Gedenken der Toten und zum Requiem geläutet. Außerdem dient sie dem Stundenschlag. Auf Glocke vier erfolgen die Viertelstundenschläge. Sie läutet zu normalen Werktagsmessen. Die Glocken hängen in einem Stahlglockenstuhl an Stahljochen. Nur die zweitkleinste Glocke St. Benedictus hängt inzwischen an einem Holzjoch. Bis das Glockengeläut wieder richtig funktioniert wird es wahrscheinlich noch etwas dauern. „Fachkräftemangel. Wie überall“, betont Bochmann.
Foto: Isabel Schütte (Archiv)