Sandarium für den Heimatgarten
Eigentlich macht das Team des Heimatgartens jetzt Winterpause. Aber Heiner Lamkowsky und Gerd Popp haben sich für die Wintermonate etwas Besonderes vorgenommen Sie legen eine Sandarium an. Wozu ein Sandarium? Kaum einer weiß, dass nur ein Viertel der Wildbienen überhaupt die klassischen Nisthilfen - wie Insektenhotels - nutzt. Dreiviertel aller Wildbienenarten sind Erdnister. Sie brauchen lockere, sandige und trockenen Böden, die im besten Fall etwas von Vegetation befreit sind. Teilweise sind diese Wildbienenarten gefährdeter als ihre Verwandtschaft, die in Hohlräumen nistet, weil sie kaum geeignete freie Flächen finden.
Im Heimatgarten entsteht jetzt ein etwas größeres Sandarium, damit u.a. die Kita-Gruppen besser die Insekten beobachten können. Auch andere Tiere tummeln sich gern auf dem Sandarium. Eidechsen nutzen die Fläche beispielsweise zum Sonnenbaden.
Wer im eigenen Garten den bodennistenden Insekten auch Nistmöglichkeiten anbieten möchte, muss nicht unbedingt gleich ein Sandarium anlegen. Oft reicht es, lückig bewachsene oder vegetationsfreie Bodenflächen zu schaffen oder zu erhalten. Derartige Flächen sollten nicht aufgelockert, gehackt oder geharkt werden! Während der Nistaktivitäten sollte der Bereich auch nur wenig oder gar nicht gegossen werden.
Unbefestigte Wege und auch gepflasterte Flächen auf sandigem Untergrund sind oft ein wertvoller Nistplatz für Wildbienen. Leider wird unterhalb von Pflasterflächen oft Schotter oder Split eingebracht. Ein solcher Unterbau ist für Bienen undurchdringlich und verhindert deren Ansiedlung. Auch sehr enge Fugen verhindern die Besiedlung durch Wildbienen. Günstig für Bodennister sind Fugenbreiten von 5 bis 8 mm. Die schlüpfenden Wildbienen benutzen nicht den Gang den ihre Mutter gegraben hatte. Jede Biene gräbt sich von ihrer Brutzelle aus senkrecht nach oben. Bei großen Platten (und schmalen Fugen) kann es passieren, dass die Tiere keinen Ausgang finden und sterben. Daher sind kleinere Pflastersteine sinnvoll.
Wer Anregungen für die Anlage und Gestaltung eines Sandariums sucht, ist herzlich eingeladen, den Heimatgarten des Heimatvereins Herbern (hinter dem Malteserstift) zu besuchen.
Text: Edith Budde