20 Jahre BürgerBus Ascheberg e.V. – Eine Erfolgsgeschichte aus bürgerschaftlichem Engagement
Von Claudia Hurek
Ascheberg.„Das kann richtig gut werden.“ Mit dieser Überzeugung begann vor fast 20 Jahren eine Erfolgsgeschichte, die bis heute die Mobilität in Ascheberg prägt. Am 9. Dezember 2005 gründeten Jochen Syrig und Joseph Streyl gemeinsam mit zahlreichen Mitstreitern den BürgerBus-Verein Ascheberg e.V. – getragen von der Idee, die Verbindung zwischen den drei Ortsteilen nachhaltig zu verbessern. Die ursprünglichen Ideengeber waren die CDU-Mitglieder Ludger Wobbe und Josef Reher.
Für Joseph Streyl, seit dem 30.06.2005 im vorzeitigen Ruhestand, kam diese Idee genau zur richtigen Zeit: „Ich wollte meinen Ruhestand nicht auf der Couch verbringen, da war diese Aufgabe genau das Richtige.“
Mit Jochen Syrig fand er sofort den passenden Weggefährten. Obwohl sich beide zuvor nicht kannten, verband sie von Beginn an ein gemeinsames Ziel: ein Bürgerbus für Ascheberg – von Bürgern für Bürger.
Schon vor der offiziellen Gründung wurden die Menschen vor Ort aktiv eingebunden. In zahlreichen Informationsveranstaltungen entstanden gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Fahrtrouten und Haltestellen. Das Rathaus sagte frühzeitig volle Unterstützung zu – eine Zusammenarbeit, die bis heute besteht. Rückblickend erinnert sich Joseph Streyl schmunzelnd:
„Bei einigen Stellen galten wir als ‚die wilden Zwei‘ – aber alles, was wir durchgesetzt haben, war immer zum Wohle der Fahrgäste.“
Am 1. Oktober 2006 nahm der erste Bürgerbus seinen Betrieb auf – zunächst mit Anlaufschwierigkeiten. Die Route führte über Land- und Nebenstraßen, da der Linienverkehr der RVM bestehen blieb.
Jochen Syrig dazu: „Im ersten Jahr hätten wir fast mehr Rehe als Fahrgäste mitnehmen können.“
Doch auch hier bewiesen die Verantwortlichen Durchhaltevermögen – die Route wurde angepasst und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Im ersten Quartal nutzten bereits 361 Fahrgäste das neue Angebot.
Was als mutige Idee begann, entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer festen Institution. Während seiner Amtszeit als Vorsitzender – von der Gründung bis Mai 2022 – dokumentierte Joseph Streyl akribisch jede Entwicklung. Fahrerinnen und Fahrer sowie Sponsoren erhielten regelmäßig liebevoll gestaltete Bild- und Textchroniken mit umfangreichen Statistiken – wertvolle Erinnerungen an ein außergewöhnliches Ehrenamtsprojekt.
Die Zahlen zum Jubiläum sprechen für sich:
Bis April 2022 nutzten 150.740 Fahrgäste den BürgerBus.
28 ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer leisteten an 3.794 Fahrtagen rund 39.207 Stunden, legten dabei 829.937 Kilometer zurück.
Die erste Fahrerin war Regina Syrig, die 2007 hinzukam und leider im Juni 2024 nach schwerer Krankheit verstorben ist – sie bleibt ein unvergessener Teil der BürgerBus-Geschichte.
Bemerkenswert: Die Fahrpreise sind seit der ersten Fahrt im Oktober 2006 unverändert und liegen – je nach Strecke – zwischen 0,50 Euro und 2,00 Euro. Ein starkes Zeichen für Bürgernähe und soziale Verantwortung.
Ein Jahr nach der Übergabe des Vorsitzes an Bernhard Koy stellte sich auch Jochen Syrig nicht mehr als Geschäftsführer zur Wahl:
„Wir haben das lange genug gemeinsam gemacht. Es war Zeit, die Verantwortung in jüngere Hände zu legen.“
Besonderer Dank gilt Walter Sobbe, der den Verein von Beginn an als Techniker und Berater unterstützte. „Wir haben uns immer auf Walters Rat verlassen – und das war genau richtig“, betonen Streyl und Syrig übereinstimmend.
Der Zusammenhalt im Verein war stets ein zentraler Erfolgsfaktor: Fahrerinnen und Fahrer wurden bei wichtigen Entscheidungen einbezogen, Dienstpläne persönlich überbracht. Jährliche gemeinsame Ausflüge – mit Ehe- und Lebenspartnern – führten unter anderem nach Holland oder auf verschiedene Weihnachtsmärkte und stärkten das Gemeinschaftsgefühl.
Seit 2006 steht dem BürgerBus Ascheberg mit der Volksbank Ascheberg-Herbern eG zudem ein verlässlicher Partner für Werbezwecke zur Seite.
Jochen Syrig (links) und Joseph Streyl (rechts) – die Gründerväter des BürgerBus Ascheberg e.V.