20 Jahre Bürgerbus: Wenn Bürger für Bürger fahren

Ascheberg/Herbern/Davensberg. Morgens einsteigen, in den nächsten Ortsteil fahren, zum Bahnhof kommen oder Besorgungen erledigen: Seit 20 Jahren gehört der Bürgerbus für viele Menschen ganz selbstverständlich zum Alltag in der Gemeinde Ascheberg. Hinter dem kleinen Bus steckt dabei etwas Besonderes – am Steuer sitzen keine hauptberuflichen Busfahrer, sondern Ehrenamtliche. Ihr Motto: „Bürger fahren für Bürger.“

Dass diese Idee inzwischen seit zwei Jahrzehnten funktioniert, feiert der Bürgerbus-Verein Ascheberg am 10. Oktober mit einem Festakt in der Aula der Profilschule in Herbern. Dabei soll es nicht nur um Erinnerungen gehen. Auch die Frage, wie der Nahverkehr im ländlichen Raum künftig aussehen kann, steht auf dem Programm.

Die Anfänge reichen bis ins Jahr 2005 zurück. Damals gaben Ludger Wobbe und Josef Reher den entscheidenden Anstoß zur Gründung des Vereins. Ihr Ziel war klar: Die Menschen in der weitläufigen Gemeinde sollten leichter von einem Ortsteil in den anderen kommen können.

Aus der Idee wurde ein Verein – und schließlich ein Bus, der auf die Straße ging. Heute verbindet der Bürgerbus Davensberg, Ascheberg und Herbern und fährt darüber hinaus bis zum Bahnhof in Capelle. Acht Fahrgastplätze hat der Kleinbus. Er fährt nach einem festen Fahrplan und ergänzt den regulären öffentlichen Nahverkehr.

Doch das eigentliche Herzstück sitzt vorne links. Seit 20 Jahren nehmen ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer hinter dem Steuer Platz. Sie investieren Zeit, übernehmen Verantwortung und sorgen dafür, dass andere mobil bleiben. Ohne sie gäbe es den Bürgerbus nicht.

Genau deshalb sollen beim Jubiläum auch die Menschen im Mittelpunkt stehen, die das Projekt über Jahre getragen haben. Nach dem Eintreffen der Gäste ab 10.45 Uhr und einer kurzen Begrüßung blickt eine Gesprächsrunde mit ehemaligen und heutigen Verantwortlichen auf zwei Jahrzehnte Bürgerbus zurück. Dabei dürfte manches wieder lebendig werden, was sich in keinem Fahrplan nachlesen lässt.

Später geht der Blick bewusst nach vorn. Ab 11.55 Uhr dreht sich eine weitere Gesprächsrunde um die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs und insbesondere um die Rolle von Bürgerbusvereinen im ländlichen Raum. Denn die Idee von damals ist nach wie vor aktuell: Wie bleiben Menschen auch dort mobil, wo Bus und Bahn nicht im dichten Takt unterwegs sind?

Um 12.45 Uhr werden verdiente Mitglieder sowie Fahrerinnen und Fahrer geehrt. Danach wird es beim Imbiss-Buffet lockerer. Vertreter der Bürgerbusvereine, Kommunen und Verkehrsplanung können miteinander ins Gespräch kommen, Erfahrungen austauschen und vielleicht schon neue Ideen entwickeln. Musik begleitet den Festakt, der gegen 14.30 Uhr enden soll.

Nach 20 Jahren ist der Bürgerbus aus der Gemeinde kaum noch wegzudenken. Was mit dem Wunsch begann, die Ortsteile besser miteinander zu verbinden, ist längst zu einem Stück gelebter Nachbarschaft geworden: Menschen fahren für Menschen – und halten damit die Gemeinde in Bewegung.

Seit 20 Jahren ist der Bürgerbus in der Gemeinde Ascheberg unterwegs. Das Jubiläum wird am 10. Oktober mit einem Festakt in der Aula der Profilschule Herbern gefeiert. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die vielen Ehrenamtlichen, die den Bürgerbus am Laufen halten (hier bei der Einweihung des neuen Fahrzeugs vor zwei Jahren).

© Gemeine Ascheberg (Archiv)