FLAVIS erhält NRW-Namenskürzel – besondere Ehrung für Züchter Hermann Berger
Am vergangenen Wochenende wurde dem Warendorfer Landbeschäler FLAVIS im Rahmen der „Parade bei Nacht“ im Nordrhein-Westfälischen Landgestüt eine besondere Auszeichnung zuteil: Das Westfälische Pferdestammbuch verlieh dem erfolgreichen Hengst das Namenskürzel „NRW“. Fortan trägt er den Namen FLAVIS NRW. Für seinen Züchter Hermann Berger aus Herbern war die Ehrung ein ganz besonderer Moment: Mit 92 Jahren war er persönlich vor Ort und nahm die Urkunde entgegen.
Im stimmungsvollen Rahmen der „Parade bei Nacht“, bei der das Landgestüt seine Hengste vor großem Publikum präsentiert, wurde die Auszeichnung durch Ralf Johanshon, Präsident des Westfälischen Pferdestammbuchs, vorgenommen. Mit dem NRW-Kürzel würdigt das Stammbuch die herausragenden sportlichen Leistungen und die besondere Bedeutung von FLAVIS für die westfälische Pferdezucht.
Der 2010 geborene Sohn des Flanagan aus einer Ehrentusch-Mutter blickt auf eine außergewöhnliche Karriere zurück. Bereits vierjährig gewann er das Bundeschampionat des Deutschen Fahrpferdes. Anschließend begann seine erfolgreiche Laufbahn im Dressurviereck. Fünf- und sechsjährig erreichte er das Finale beim Bundeschampionat der Dressurpferde, 2017 vertrat er Deutschland bei der Weltmeisterschaft der siebenjährigen Dressurpferde.
Unter Anja Wilimzig entwickelte sich FLAVIS bis auf Grand-Prix-Niveau. Zugleich ist er seit Jahren ein fester Bestandteil der Veranstaltungen des Landgestüts. Gerade bei den großen Paraden gilt er als ausgesprochen zuverlässiger und souveräner Hengst und ist aus den Warendorfer Schaubildern kaum noch wegzudenken.
Ein besonderer Moment für Hermann Berger
Für Hermann Berger bekam die Verleihung des NRW-Kürzels noch eine ganz persönliche Bedeutung. Der 92-Jährige ist ein Urgestein der westfälischen Pferdezucht. Pferde begleiten ihn seit seiner Kindheit: Gemeinsam mit seinem Vater fuhr er einst den von Kaltblütern gezogenen Milchwagen durch seine Heimat Herbern. Später übernahm er den elterlichen Betrieb.
1966 erfüllte sich Berger einen lang gehegten Traum und kaufte seine erste Warmblutstute. Die Leidenschaft für die Pferdezucht sollte ihn von da an sein ganzes Leben begleiten. Als er den Hof später an die nächste Generation übergab, war eine Bedingung für ihn unverhandelbar: Seine Stute durfte bleiben.
Bis heute gehören die Pferde fest zu Bergers Alltag. Nach seinem morgendlichen Kaffee geht es in den Stall, wo er die Stuten füttert und mistet. Anschließend setzt er sich gerne auf einen Stuhl in die Stallgasse und schaut seinen Pferden beim Fressen zu – bis der letzte Heuhalm verschwunden ist. Erst dann geht es zurück zum Frühstück.
Auch seine Markenzeichen gehören zu ihm: Hermann Berger sieht man kaum ohne Hosenträger, und wenn es ins Landgestüt nach Warendorf geht, trägt er traditionell seinen Lodenmantel.
Wie viele passionierte Züchter seiner Generation hatte Berger stets einen besonderen Wunsch: einmal einen Hengst für „unser“ Landgestüt zu züchten. Mit FLAVIS ging dieser Traum in Erfüllung. Und der Hengst wurde weit mehr als nur ein Landbeschäler: Seit Jahren ist er in Warendorf im Sport, in der Zucht und bei den großen Veranstaltungen präsent.
Dass Hermann Berger nun mit 92 Jahren selbst dabei sein konnte, als „sein“ FLAVIS den Namenszusatz NRW erhielt, machte die Ehrung zu einem besonders bewegenden Moment. Mit FLAVIS NRW wird nicht nur die außergewöhnliche Laufbahn eines Hengstes gewürdigt, sondern auch die jahrzehntelange züchterische Leidenschaft seines Züchters.
Ein besonderer Moment bei der „Parade bei Nacht“ in Warendorf: Im Beisein seines 92-jährigen Züchters Hermann Berger wurde dem erfolgreichen Landbeschäler FLAVIS das Namenskürzel „NRW“ verliehen. Gemeinsam mit Wegbegleitern wurde die besondere Auszeichnung im Nordrhein-Westfälischen Landgestüt gefeiert.