50 Jahre Siedlergemeinschaft Benedikt Herbern - 1.644 Mitglieder – und kein bisschen leise

HERBERN. 50 Jahre Siedlergemeinschaft Benedikt Herbern, 1.644 Mitglieder und ein Vereinsleben, das heute lebendiger ist denn je. Aus einer kleinen Gemeinschaft ist der größte Verein Herberns geworden. Doch die eigentliche Stärke lässt sich nicht allein an Zahlen messen. Sie zeigt sich daran, dass Menschen zusammenkommen, miteinander lachen, unterwegs sind und immer wieder Lust auf das nächste gemeinsame Erlebnis haben.

Wenn der Vorstand ruft, kommen sie – und zwar zahlreich. Ein Phänomen? Oder wächst da vielleicht doch heimlich der „Acki-Fanclub“? Die Frage darf mit einem Augenzwinkern gestellt werden. Fest steht: Die Mitglieder wissen inzwischen, dass sie sich auf gute Organisation, gesellige Stunden und die eine oder andere Überraschung freuen können.

Seit vielen Jahren steht dabei ein Leitgedanke über allem: „Gemeinsam und nicht einsam!“

Markus Aschoff und Acki Trittschack leben diesen Gedanken vor. Für beide ist er kein Werbespruch, sondern das, was Vereinsleben ausmachen soll: Menschen zusammenbringen, Begegnungen schaffen und dafür sorgen, dass sich möglichst viele in der Gemeinschaft wohlfühlen.

Dass die Idee im Laufe der Jahre auch von anderen Vereinen aufgegriffen wurde, nimmt man in Herbern mit Humor – und durchaus mit ein wenig Stolz. Oder, wie es augenzwinkernd heißt:„Oft kopiert – nie erreicht.“

Die nächste Überraschung wartet schon

Dass die Siedlergemeinschaft immer wieder für eine Überraschung gut ist, zeigt sich bereits am kommenden Samstag, 10. Oktober. Dann steht ein weiterer Höhepunkt des Jubiläumsjahres auf dem Programm. Und diesmal bleibt sogar der Zielort geheim. So wird es wirklich eine große Überraschung.

Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder ganz gemütlich mit dem Planwagen machen sich die Teilnehmer gemeinsam auf den Weg. Am Ziel wartet ein geselliger Jubiläumsnachmittag und -abend mit kleinen und großen Überraschungen. Genau solche Veranstaltungen machen den Reiz des Vereinslebens aus: raus aus dem Alltag, Menschen treffen und gemeinsam eine gute Zeit verbringen.

Von der Werkstatt bis zur großen Fahrt

Überhaupt ist das Jahresprogramm inzwischen so vielseitig wie die Mitglieder selbst. Da gibt es die Weihnachtswerkstatt für die Ladies und die Winterwerkstatt für „Echte Männer“. Hinzu kommen Workshops zum naturgemäßen Obstbaumschnitt, Seniorennachmittage und praktische Angebote wie der Führerschein für die Kettensäge.

Einen festen Platz haben auch die gemeinsamen Fahrten.

Im Jubiläumsjahr ging es unter anderem zum Käsemarkt nach Alkmaar und zur Landesgartenschau nach Neuss. Ein besonderer Höhepunkt war die Mini-Kreuzfahrt nach Kopenhagen, die vielen Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

Schon der Start in das Jubiläumsjahr war außergewöhnlich. Unter dem Motto „Wir fahren und feiern ins Jubiläumsjahr 2026!“ ging es über Silvester nach Frankfurt am Main.

Im Marriott Hotel wurde gemeinsam gefeiert, gelacht und auf das Jubiläumsjahr angestoßen. Besonders schön war, dass viele Alleinstehende diese Gelegenheit nutzten, den Jahreswechsel gemeinsam mit anderen zu verbringen.

Für Acki Trittschack gehört diese Fahrt deshalb zu den ganz persönlichen Höhepunkten des Jahres. Auch „Ladies on Tour“ geht weiter. Die beliebte Mehrtagesfahrt führt 2027 unter dem Motto „Celle – Fachwerk, Charme & Lüneburger Heide“ in die Residenzstadt Celle.

Und auch das übrige Programm für 2027 nimmt bereits Formen an. Eines steht schon jetzt fest: Es soll wieder abwechslungsreich werden und unterschiedliche Generationen ansprechen.

Denn am Ende sind es bei all diesen Unternehmungen nicht nur die Ziele, die in Erinnerung bleiben. Es sind die Gespräche unterwegs, das gemeinsame Lachen und die kleinen Geschichten, die später noch gerne erzählt werden.

Aus kleinen Anfängen wurde Herberns größter Verein

Die Geschichte dahinter lässt sich kurz erzählen. Am 27. März 1976 wurde die Siedlergemeinschaft Benedikt Herbern in der Gaststätte Deiterman gegründet. Heinz Neuhaus wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt, Werner Eidecker übernahm die Kasse und Alfred Fischer wurde Schriftführer. Weil viele der Gründungsmitglieder an der Benediktstraße wohnten, war auch der Name schnell gefunden.

Dass die Jubiläums-Generalversammlung 2026 auf den Tag genau 50 Jahre später stattfand, verlieh diesem Abend eine besondere Bedeutung. Mehrere Mitglieder der ersten Stunde gehören der Gemeinschaft auch heute noch an. Heinrich Neuhaus kann sogar auf 61 Jahre Mitgliedschaft in der Siedlerbewegung zurückblicken.

Wie stark die Gemeinschaft gewachsen ist, zeigen einige wenige Zahlen: 1996 waren es 66 Mitglieder, 2007 bereits 345. Nach der Auflösung der Siedlergemeinschaft Siepen stieg die Zahl 2017 auf 910.

Im Januar 2019 konnten mit Gabi und Bernhard Grauthoff bereits das 1000. und 1001. Mitglied begrüßt werden. Zum 1. Oktober 2026 zählt die Siedlergemeinschaft Benedikt Herbern 1.644 Mitglieder – und ist damit der größte Verein in Herbern.

Eine Ära endet – die Gemeinschaft geht weiter

Hinter diesem Wachstum stehen Menschen, die über viele Jahre Verantwortung übernommen und den Verein weiterentwickelt haben. Eine prägende Persönlichkeit ist Josef Bernsmann.

Im Jubiläumsjahr verabschiedete er sich nach 38 Jahren Vorstandsarbeit und 50 Jahren Vereinszugehörigkeit aus dem Vorstand. Bei der Generalversammlung dankten ihm die Mitglieder mit stehenden Ovationen.

Markus Aschoff überreichte ihm ein großes gerahmtes Porträt, das Bernsmann als Kiepenkerl zeigt. Bereits 2016 war er für 40 Jahre Vereinsarbeit mit der Goldenen Verdienstnadel ausgezeichnet worden.

Gemeinsam mit Acki Trittschack, der 2007 zur Siedlergemeinschaft kam, hatte Bernsmann in den vergangenen Jahren viele neue Impulse gesetzt.

Nach dem Tod von Heinz Neuhaus im Dezember 2010 übernahm Markus Aschoff Verantwortung. Seit 2011 steht er an der Spitze der Gemeinschaft.

Heute ist der Vorstand neu aufgestellt:

Markus Aschoff ist 1. Vorsitzender, Acki Trittschack 2. Vorsitzender. Jochen Laxen hat das Amt des Kassierers übernommen. Ingrid Hartmann und Birgit Overmann sind Schriftführerinnen, Manfred Scholz und Peter Thiemann gehören dem Beirat an.

Und jetzt? Weiter!

50 Jahre sind ein guter Grund, zurückzublicken. Für die Siedlergemeinschaft Benedikt Herbern ist das Jubiläum aber mindestens genauso sehr ein Anlass, nach vorne zu schauen.

Eine wichtige Aufgabe wird es sein, auch jüngere Menschen für die Gemeinschaft zu begeistern – nicht nur als Teilnehmer bei Veranstaltungen und Fahrten, sondern vielleicht auch als diejenigen, die irgendwann selbst Verantwortung übernehmen.

Denn ein lebendiger Verein braucht beides: Menschen, die Bewährtes erhalten, und Menschen, die neue Ideen mitbringen.

Vielleicht liegt genau darin das Erfolgsrezept der vergangenen Jahre.

Es gibt diejenigen, die planen und organisieren. Es gibt diejenigen, die helfen. Und es gibt die vielen Mitglieder, die einfach gerne dabei sind – und nach einer gelungenen Veranstaltung schon fragen, wann es wieder losgeht.

1.644 Mitglieder sind deshalb weit mehr als eine Zahl. Sie zeigen, dass aus einer kleinen Siedlergemeinschaft in 50 Jahren eine große und lebendige Gemeinschaft geworden ist.

Und wer erlebt, mit wie viel Freude heute noch gemeinsam geplant, gefahren und gefeiert wird, merkt schnell

Diese 50 Jahre sind kein Schlusspunkt. Sie sind der Anfang des nächsten Kapitels.

Mit frischem Team in die Zukunft: Der neu aufgestellte Vorstand der Siedlergemeinschaft Benedikt Herbern um den 2. Vorsitzenden Acki Trittschack (links außen) und den 1. Vorsitzenden Markus Aschoff (hinten) will die erfolgreiche Arbeit fortsetzen und die Gemeinschaft mit neuen Ideen weiterentwickeln.

© Siedlergemeinschaft