Entscheidung ist gefallen: Politik erteilt Herberner Unternehmen Goßheger den Zuschlag für ehemaliges Feuerwehrgerätehaus

Herbern. Die Entscheidung über die Vergabe des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses an der Bernhardstraße 14 in Herbern ist gefallen: Einstimmig haben die Politikerinnen und Politiker des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschusses (HFWA) nun dem Herberner Unternehmen Goßheger den Zuschlag erteilt. Das Unternehmen setzte sich damit gegen einen weiteren starken Mitbewerber durch.

In der jüngsten HFWA-Sitzung (17. März 2026) erhielten Goßheger und der weitere Mitbewerber die Gelegenheit, im nichtöffentlichen Teil ihre Konzepte zu präsentieren. Das Konzept des Herberner Bestattungsunternehmens sieht vor, das Gebäude in seinem typischen Charakter zu erhalten. Das heißt auch, dass der die Optik prägende Steigerturm bestehen bleiben soll.


„Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam mit der Politik ein Herberner Unternehmen unterstützen und im Ort halten können“, so Bürgermeister Stohldreier. Florian Goßheger hatte zuvor deutlich gemacht, wie wichtig die neuen Räumlichkeiten in unmittelbarer Nähe zu seinem Bestattungshaus an der Rankenstraße für sein Unternehmen seien.


„Wir planen im Obergeschoss, wie im Vergabeleitfaden vorgesehen, bezahlbaren Wohnraum“, erläuterte Florian Goßheger in seiner Präsentation, „hier werden zwei Wohnungen entstehen.“


Die weiteren Pläne beinhalten im Erdgeschoss eine Kühlzelle für das Bestattungsunternehmen, diese Zelle ergänzt die Kühlmöglichkeiten des Bestattungshauses an der Rankenstraße. Außerdem wird es im Innern Lagerflächen sowie einen Arbeitsraum geben.


Darüber hinaus will Michael Goßheger zusammen mit seinem Sohn Florian einen Veranstaltungsraum schaffen, der vor allem für die trauernden Familien gedacht ist. „Hier kann die Trauergesellschaft nach der Bestattung zusammensitzen“, formulierte es Florian Goßheger in seiner Präsentation. „So haben die Familien eine alternative Möglichkeit, sich im geschützten Rahmen zusammenzusetzen, wenn beispielsweise die heimische Gastronomie geschlossen ist.“


Außerdem soll ein Ladenlokal das Angebot an der Bernhardstraße 14 abrunden – Wunsch der neuen Eigentümer ist die Ansiedlung eines Blumenladens. „In Herbern hat kürzlich ein solches Geschäft geschlossen“, sagte Florian Goßheger bei der Vorstellung im HFWA, „daher wäre es für den Ort eine schöne Ergänzung. Darüber hinaus würde ein Blumenladen thematisch gut zu unserem Unternehmen passen.“ Sollte eine gewerbliche Nutzung nicht gelingen, möchten Goßhegers hier weiteren bezahlbaren Wohnraum schaffen.

„Unser Ziel ist es, das Gebäude in seinem Charakter zu erhalten“, sagt Familie Goßheger, „denn das ehemalige Feuerwehrgerätehaus prägt seit Jahrzehnten das Dorfbild. Das wird uns auch deshalb gelingen, weil die Bausubstanz noch hervorragend ist.“


Bürgermeister Thomas Stohldreier freut sich genauso wie Gesche Ahmann, Fachbereichsleiterin Planen und Wohnen, über die Pläne des neuen Besitzers: „Es ist großartig, dass ein Herberner mit engem Bezug zur Ortsgeschichte dieses Gebäude erworben hat und mit Augenmaß und Weitsicht an die Sanierung des Hauses herangeht. Denn dieses ehemalige Feuerwehrgerätehaus ist für viele Herbernerinnen und Herberner mit so vielen Erinnerungen und Geschichten aufgeladen. Wir sind überzeugt davon, dass das Konzept der Familie Goßheger eine große Bereicherung für den Ortsteil Herbern darstellt.“


Die Gemeinde beabsichtigt nun, den entsprechenden Bebauungsplan zu ändern, in dem noch die Festsetzung „Feuerwehr“ enthalten ist. „Das Ganze soll Hand in Hand laufen“, so Gesche Ahmann. „Während das offizielle Bauleitplanverfahren läuft, werden parallel alle vertraglichen Details geklärt und der Bauantrag wird vorbereitet.“ So möchten alle Beteiligten schnellstmöglich in die Umsetzung kommen. „Wir werden auch zeitnah Gespräche mit unserem Architekturbüro aufnehmen“, sagen die Herberner Bestattungsunternehmer, „denn wir freuen uns auf die Umsetzung unserer Planungen und ganz besonders auch auf das Endergebnis.“

 

 

Zum Hintergrund:

Der HFWA hatte in seinen Sitzungen vom 1.10.2024 und vom 6.3.2025 die Verwaltung beauftragt, den Vergabeleitfaden für das Investorengrundstück „ehemaliger Feuerwehrstandort“ in Herbern anzuwenden und ein entsprechendes Bewerbungsverfahren durchzuführen.

Im Vergabeleitfaden für das Investorengrundstück mussten die Bewerberinnen und Bewerber zwingend Angaben zu folgenden Aspekten machen:

-          Schaffung von bezahlbarem Wohnraum

-          Angabe eines Kaufpreises (mindestens 140.000 € - diese Vorgabe wurde von beiden Bewerbern eingehalten)

-          darüber hinaus wurde im Vergabeleitfaden darauf hingewiesen, dass auch Angaben zu städtebaulichen und architektonischen sowie zu ökologischen Aspekten bei der Vergabe berücksichtigt werden

-          im Zeitraum vom 24.03.2025 bis zum 05.05.2025 wurde ein entsprechendes Vergabeverfahren durchgeführt

-          Nach Rückzug eines weiteren Bewerbers stellten die beiden verbliebenen Bewerber ihre Bewerbungen sowie die für den Standort vorgesehenen Konzepte im HFWA am 17. März 2026 vor.

 

Beide Bewerber machten Angaben zu den im Vergabeleitfaden beschriebenen Aspekte

 

Das Foto zeigt v.l. Wirtschaftsförderer Julian Hatebur, Bürgermeister Thomas Stohldreier, die Bestattungsunternehmer Michael Goßheger, Florian Goßheger, Karin Goßheger sowie Gesche Ahmann, Fachbereichsleitung Planen und Wohnen.

© Gemeinde Ascheberg