Regina Selhorst ist ehrenamtliche Notfallseelsorgerin: Wertvolle Stütze im Katastrophenfall

Herbern. Unfälle, Naturkatastrophen oder die Nachricht vom Tod eines geliebten Menschen. Solche Schicksalsschläge können von Rettungskräften nicht allein aufgefangen werden. Die Notfallseelsorge hilft Betroffenen, aus Schock und Ohnmacht ins reale Leben zurückzufinden. Seit einem halben Jahr ist Regina Selhorst als ehrenamtliche Notfallseelsorgerin im Einsatz. In Krisensituationen hat sie außerordentliche Wertschätzung für die Arbeit erfahren, die sie und ihr Team leisten. Sie erzählt von der Ausbildung, den ersten Einsätzen, und was Menschen tun können, die sich ehrenamtlich in der Notfallbegleitung engagieren wollen.

Man muss „Da sein“: Mit diesen beiden im Grunde einfachen Worten beschreibt Regina Selhorst das, was sie in ihrem Ehrenamt macht. Doch hinter diesen beiden Worten steckt eine große und wichtige Aufgabe, wie im Gespräch schnell deutlich wird. Die Herbernerin war neun Jahre im Amt der Präsidentin des Westfälisch-Lippischer Landfrauenverbandes e. V. und hat bis September 2023 die Geschicke der Landfrauen auf Landesebene geleitet, seit Anfang diesen Jahres ist die 61-Jährige als ehrenamtliche Notfallseelsorgerin unterwegs.

Durch die Kirchenzeitung ist Regina Selhorst im Sommer 2023 auf die ehrenamtliche Notfallseelsorge gestoßen. „Das hat mich beschäftigt. Anderen Menschen in Notsituationen helfen, habe ich mir zugetraut“, beschreibt die Herbernerin. Nach einer Bewerbung, einem Vorstellungsgespräch und natürlich der Zusage der Notfallseelsorge Münsterland ging es in die Ausbildung und in verschiedene Praktika bei der Leitstelle in Coesfeld, der Polizei und dem Rettungsdienst.

Nach sechs Monaten ging es für Regina Selhorst zum ersten Einsatz in der Notfallseelsorge. „Bei den ersten Einsätzen hospitiert man, das heißt, es ist immer jemand dabei.“ Wenn Todesnachrichten übermittelt werden, stürzt viel auf die Angehörigen ein. Das ist dann sehr belastend“, weiß die Herbernerin. Da kann es darum gehen, erste Schritte zu planen und Struktur in den plötzlich geänderten Alltag zu bringen. Und gemeinsam aushalten“, fügt sie an. Die Notfallseelsorge wird bei schweren Unfällen, häuslichen Todesfällen und anderen großen Schadensereignissen hinzugerufen, wenn Menschen persönlich betroffen sind und wenn sie mit ihrem Schicksal nicht allein gelassen werden sollen.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter werden von der Leitstelle des Kreises, wo die Alarmierung aufläuft, mit einbezogen - wie Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Es gibt einen diensthabenden Notfallseelsorger, der den Einsatz vor Ort koordiniert, und in der Leitstelle ist ein Dienstplan hinterlegt. Regina Selhorst weiß, wie wichtig dieser Einsatz ist. „Die Notfallseelsorger sind da, wenn die anderen Rettungskräfte gehen.“ Die Notfallseelsorge arbeitet völlig konfessionsfrei. Eine innere Distanz muss da sein, damit wir arbeiten können“, sagt Regina Selhorst.

Natürlich gebe es Betroffenheit, wie bei Rettungsdienstlern und Feuerwehrleuten auch, aber zunächst ist es für die Angehörigen wichtig, zu funktionieren. Die Nachbereitung von Einsätzen ist bei den derzeit rund 30 Notfallseelsorgern im Kreis wichtig, die „Fürsorge im Team“ sei groß. Regelmäßige Teamtreffen gibt es im Jahr für die Ehrenamtler. Es gibt einen starken Zusammenhalt und eine „total gute Zusammenarbeit mit Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei“. Ebenfalls stehen auch immer Supervisoren für die ehrenamtlichen Helfer zur Stelle, die man immer anrufen kann, wenn man selbst reden möchte. Außer Arbeitsmaterialien und eine Aufwandsentschädigung für gefahrene Kilometer ist dieses soziale Engagement zu 100 Prozent ehrenamtlich. Für Regina Selhorst ist es ein Geschenk, dass sie dieses Ehrenamt ausführen darf. „Der größte Dank ist für mich persönlich, wenn uns die Betroffenen die Hand drücken und einfach nur DANKE sagen“, sagt Selhorst mit bewegter Stimme.

Wer sich für das Ehrenamt interessiert, kann sich an die Notfallseelsorge Münsterland (www.notfallseelsorge-muensterland.de) wenden. Empathie und eine gewisse Belastbarkeit sind wichtige Voraussetzungen für dieses Ehrenamt.


Seit einem halben Jahr ist Regina Selhorst als ehrenamtliche Notfallseelsorgerin unterwegs. In der Gemeinde Ascheberg ist sie die einzige, die dieses Ehrenamt ausführt. Das Team der Notfallseelsorge Münsterland besteht aus 30 Helfer/innen. Weitere Notfallseelsorger sind jederzeit herzlich willkommen.

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In ihrem Rucksack hat Regina Selhorst Dinge wie einen Teddy oder eine Kerze, die in Ausnahmesituationen Trost und Halt geben können, um das Unfassbare für den Angehörigen auszuhalten.

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