Süße Zeitreise im Heimathaus Herbern: Zwischen Genuss, Geschichte und lebendigen Erinnerungen
Herbern. Eine Ausstellung, die zum Staunen, Erinnern und Nachdenken einlädt: Ab dem 12. April öffnet im die Sonderausstellung „Die süße Verführung – Eine Reise durch Zucker und Zeit“. Die feierliche Eröffnung beginnt um 12 Uhr.
Schon beim Betreten wird deutlich: Diese Ausstellung ist mit viel Herzblut gestaltet. Mit großer Sorgfalt hat das Team rund um Liane Schmitz eine lebendige Zeitreise geschaffen, die Besucher unmittelbar in vergangene Jahrzehnte eintauchen lässt.
Im Mittelpunkt steht ein detailgetreu nachgebildetes Kolonialwarengeschäft aus Herbern, das anschaulich zeigt, wie früher eingekauft wurde. Die zugrunde liegende Fotografie entstand im Mühlenmuseum in Münster. In Kombination mit einer beleuchteten Fotoleinwand entsteht so ein eindrucksvolles Bild damaliger Lebenswelten. Ergänzt wird die Szenerie durch zahlreiche originale Ausstellungsstücke , darunter Zuckerhüte, historische Verpackungen und Werbeobjekte, die die Entwicklung des Zuckers anschaulich erzählen.
Besondere Akzente setzen die kreativen Inszenierungen innerhalb der Ausstellung: Von der Decke schwebende Zuckerwürfel stehen symbolisch für die allgegenwärtige Süße im Alltag, während an anderer Stelle Zucker sinnbildlich „in Gold aufgewogen“ wird – ein Hinweis auf seine frühere Kostbarkeit.
Zwischen all den nostalgischen Eindrücken finden sich auch überraschende Exponate. So sorgt ein historischer Zahnarztbohrer mit Fußpedal für einen mahnenden Moment und erinnert daran, dass Zucker nicht nur Genuss, sondern auch Folgen haben kann.
Gleichzeitig schlägt die Ausstellung den Bogen in die Gegenwart. Sie wirft einen kritischen Blick auf Zuckerersatzstoffe und stellt die Frage, ob diese wirklich die gesündere Alternative sind oder lediglich ein neues Kapitel der „süßen Verführung“ darstellen. Informative Tafeln laden dazu ein, das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen.
Ein besonders berührender Teil der Ausstellung widmet sich dem ehemaligen Café Schulz an der Merschstraße. Viele kennen dieses kleine aber feine Café sicherlich noch. In einer liebevoll gestalteten Café-Ecke wird im Heimathaus hierzu ein Stück Herberner Alltagsgeschichte lebendig.
Zwischen 1956 und 1971 war das Café weit mehr als nur ein Ort für Kaffee und Kuchen. Es war Treffpunkt, Veranstaltungsort und sozialer Mittelpunkt zugleich. Zeitzeugen mit Elisabeth Leone und Hubertus Schulz erinnern sich noch heute an diese besondere Zeit. Unvergessen bleibt eine Anekdote, die bis heute für Schmunzeln sorgt: Beim legendären Tortenwettessen bewies Siegfried Goldschmidt außergewöhnlichen Appetit und verzehrte in kürzester Zeit eine ganze Torte, sehr zur Überraschung der Anwesenden. Damit war ihm der Titel des „Tortenkönigs“ sicher.
Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, wie eng Zucker mit Geschichte, Gesellschaft und globalen Entwicklungen verbunden ist. Sie verbindet lokale Erinnerungen mit großen historischen Zusammenhängen und macht deutlich, dass selbst alltägliche Produkte spannende Geschichten erzählen können.
„Die süße Verführung – Eine Reise durch Zucker und Zeit“ ist bis zum 24. Oktober 2026 im Heimathaus Herbern zu sehen. Geöffnet ist jeweils samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr. Für Gruppen sind individuelle Termine möglich.
Süße Zeitreise im Heimathaus Herbern: Zwischen Genuss, Geschichte und lebendigen Erinnerungen. Liane Schmitz und ihr Team haben viele Ideen im Heimathaus umgesetzt.