Tradition, Gemeinschaft und Vorfreude: Bürgerschützen Herbern starten in die Saison
Herbern. Wenn am Samstag (25. April) der Ausmarsch der Bürgerschützen durch Herbern zieht, ist das für viele mehr als nur ein Termin im Kalender. Es ist der Auftakt in eine neue Schützensaison und ein Stück gelebte Dorfgemeinschaft. Der Bürgerschützenverein 1822 Herbern e.V. knüpft damit an eine Tradition an, die erst im vergangenen Jahr wieder neu aufgelegt wurde, nachdem es diese Veranstaltung viele Jahre nicht mehr gegeben hatte.
Der Ausmarsch markiert damit nicht nur den Beginn der neuen Saison, sondern bringt die Mitglieder nach der Winterpause wieder zusammen. Gleichzeitig ist er ein wichtiger erster Höhepunkt im Vereinsjahr.
Im Vorfeld hat die Redaktion mit dem ersten Vorsitzenden Tobias Temmann über den Ausmarsch, das Schützenfest und aktuelle Entwicklungen gesprochen.
Handelt es sich beim Ausmarsch der Herberner Bürgerschützen um eine interne Veranstaltung, oder ist auch die Öffentlichkeit eingeladen, daran teilzunehmen?
„Es ist eine interne Veranstaltung des Bürgerschützenvereins, aber natürlich sind dazu alle Mitglieder und deren Familie und Freunde herzlich eingeladen, mit uns zu feiern.“
Welche Bedeutung hat der Ausmarsch im Kontext des Schützenfestes und der lokalen Traditionen?
„Der Ausmarsch ist traditionell immer ein guter Auftakt in das Schützenfestjahr. Man trifft nach der Winterpause alle Leute wieder und kann auch nochmal gucken, ob die Uniform noch sitzt. Wir haben seit dem letzten Jahr auch das Eier Essen mit dem Ausmarsch verbunden und es wurde super angenommen. An dieser Stelle auch ein Dank an den MSC Herbern, dass wir den Ausmarsch wieder dort feiern können. Aufgrund der Witterung ist es leider bei uns an der Vogelstange nicht möglich.“
Der Ablauf am Samstag ist klar strukturiert. Um 15 Uhr treten die Schützen an der Festwiese an der Talstraße an. Anschließend erfolgt um 15.30 Uhr die Abholung der diesjährigen Schützenvögel beim Vogelbauer Michael Goßheger an der Schützenstraße. Gegen 16 Uhr erreicht der Zug den MSC Platz im Südfeld.
Dort beginnt um 17 Uhr das Runkelkönigschießen, gefolgt von der traditionellen Vogelversteigerung. Für die musikalische Begleitung sorgt der Spielmannszug Herbern. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.
Der Blick richtet sich zugleich auf das große Highlight des Jahres, das Schützenfest. Für die Dorfgemeinschaft hat dieses eine besondere Bedeutung.
Welche Rolle spielt das Schützenfest für die Dorfgemeinschaft in Herbern?
„Eine sehr große. Wenn man sieht, wie viele ehrenamtliche Helfer, egal ob Vorstandmitglieder oder normale Mitglieder, sich engagieren, ist das schon enorm. Auch das Zusammenspiel der Vereine aus Herbern ist unglaublich. Alleine am Schützenfest Wochenende koordinieren sieben Vereine aus Herbern das ganze Fest.“
Zu diesen Vereinen zählen neben dem Bürgerschützenverein auch die Feuerwehr, der SV Herbern, der Reitverein, das Deutsche Rote Kreuz, der Kolping Spielmannszug Herbern sowie die Blaskapelle Schwartländer.
Ein besonderer Moment ist dabei jedes Jahr der Zapfenstreich auf dem Kirchplatz. „Das ganze Dorf versammelt sich dort, ein wundervolles Bild, das jedes Jahr aufs Neue Eindruck hinterlässt“, so Temmann.
Welche Neuerungen oder Besonderheiten erwarten die Besucher beim diesjährigen Herberner Schützenfest?
„In diesem Jahr werden wir den Jungschützenkönig am Samstagmorgen ermitteln. Dafür marschieren wir um 10 Uhr von der Talstraße zur Vogelstange. Dort wird ein Frühstück angeboten, bei dem wir vom Kolpingblasorchester Albersloh sowie dem Spielmannszug Albersloh begleitet werden. Wir würden uns sehr freuen, wenn auch dort viele aus der Bevölkerung den Weg zu unserem Schützenplatz finden. Ansonsten bleibt alles so, wie es in den vergangenen Jahren war.“
Neben den Vorbereitungen beschäftigen den Verein auch aktuelle Herausforderungen.
Wie reagiert der Verein auf aktuelle Entwicklungen oder Herausforderungen wie Preissteigerungen und Sicherheitskonzepte?
„Natürlich umtreibt dieses Thema den Vorstand. Wie schon beschrieben, können wir auch aufgrund der freiwilligen Feuerwehr, der örtlichen Polizei und vielen Helfern viel abfangen. Dass die Kosten steigen, ist allgegenwärtig und betrifft nicht nur uns. Wir haben frühzeitig die Entscheidung getroffen, am Freitag Eintritt für Nicht Mitglieder zu nehmen. Ohne diese Maßnahme und eine moderate Beitragsanpassung wäre ein Fest in diesem Umfang nicht mehr möglich. Daher sind wir weiterhin guter Dinge, dass wir unser Fest so feiern können, wie wir es alle lieben. Jedes Jahr.“
Mit dem Ausmarsch fällt nun der Startschuss für ein neues Schützenjahr. Die Vorfreude ist groß und die Planungen laufen auf Hochtouren.