Ein echter Publikumsmagnet am Mühlentag: In der Walnuss-Manufaktur drehte sich alles um die Kunst der Ölherstellung.

Von Claudia Hurek

Die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung rief den Deutschen Mühlentag im Jahr 1994 ins Leben. Seitdem findet er bundesweit jedes Jahr am Pfingstmontag statt.

In Davensberg und Herbern prägten traditionell vor allem Wassermühlen das Ortsbild. Als bekannteste Vertreterin gilt die Brügge-Mühle, die bereits 1509 erbaut wurde und bis in die 1960er-Jahre Korn mahlte. Die heutigen Besitzer restaurierten das historische Gebäude mit viel Liebe zum Detail, sodass es heute wieder in seinem ursprünglichen Glanz erstrahlt. In Ascheberg gab es früher mehrere Windmühlen, von denen jedoch keine erhalten geblieben ist.

Eine ganz besondere „Mühle“, die weder mit Wind noch mit Wasser betrieben wird, befindet sich zwischen Ascheberg und Davensberg. Bei Carmen Wigmann-Irmen und ihrem Ehemann Michael Irmen dreht sich alles um die Walnuss. Seit 2016 produziert das Ehepaar in seiner kleinen Manufaktur eigenes Walnussöl. Die Nüsse stammen aus dem heimischen Garten, den die beiden anlässlich des Deutschen Mühlentages für Besucher öffneten. Zahlreiche Radtouristen nutzten die Gelegenheit für eine entspannte Pause in dem weitläufigen Garten mit gemütlichen Sitzecken unter schattigen Walnussbäumen.

Interessierte Gäste konnten Michael Irmen bei der Verarbeitung von Sonnenblumenkernen über die Schulter schauen. „Der Aufwand bei Walnüssen ist deutlich höher, deshalb zeigen wir den Vorgang lieber mit Sonnenblumenkernen“, erklärte er. Aus einem Kilogramm Kerne entstehen etwa ein halber Liter Öl. Beim Walnussöl fällt die Ausbeute deutlich geringer aus. Es wird schonend kalt gepresst, und auch der dabei entstehende Presskuchen findet Verwendung – beispielsweise als feines Nussmehl.

Wie vielseitig die Walnuss eingesetzt werden kann, konnten die Besucher direkt vor Ort erleben. Crêpes aus Nussmehl, Ziegenkäse mit Walnussöl und schokolierte Walnüsse luden zum Probieren ein. Am Stand der Ukrainehilfe Davensberg wurden zudem ukrainische Spezialitäten sowie frisch gebackene Waffeln aus Walnussmehl angeboten.

„Wir haben tolle Gespräche geführt und wir lieben es, hier zu sein. Es war einfach ein richtig schöner Tag“, sagte Olivia Brandt von der Ukrainehilfe Davensberg und fasste damit die Stimmung des gelungenen Mühlentages treffend zusammen.

© Hurek

Ein echter Publikumsmagnet am Mühlentag: In der Walnuss-Manufaktur drehte sich alles um die Kunst der Ölherstellung.

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