Kaiserliches Postamt in Herbern

Herbern. Wer in Herbern heute einen Brief oder ein Paket aufgeben möchte, geht zu Angelkort. Im Spiel- und Schreibwarenladen an der Südstraße ist seit 1997 eine Postfiliale integriert. Doch die Geschichte der Post im Dorf reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück.

1669 gründete der Fürstbischof von Münster, Christoph Bernhard von Galen, die Landespost des Fürstbistums. Die Postroute zwischen Münster und Köln führte für einen reitenden Boten auch über Herbern. Dem Boten konnte Briefpost ausgehändigt oder durch ihn in Empfang genommen werden.

Nach Ende der privaten Posthalterei war das Kaiserliche Postamt von 1877 bis 1889 im Lubeschen Haus an der Südstraße, schräg gegenüber des „Balkan Grill“, untergebracht. Aus verkehrstechnischen Gründen fiel der imposante Treppenaufgang später weg. Gastwirt Heinrich Westhues, der auch eine private Postverbindung zwischen dem Bahnhof Mersch-Herbern-Werne organisierte, baute im Jahre 1890 ein neues Postamt in der Südstraße 38. Die Bezeichnung „Kaiserliches Postamt“ ziert heute noch die Hausfront in goldenen Buchstaben. 1954 wurden hier die technischen Voraussetzungen für 250 Selbstwahlanschlüsse geschaffen. Telefonieren war aber nur von 9.00 bis 21.00 Uhr möglich, dann wenn die „Fräuleins vom Amt“ im Schichtdienst im Postamt saßen und auf der Schalttafel die Verbindung von Hand „stöpselten“. 

Das Telefon galt zunächst noch als Statussymbol. Zum Teil musste man lange warten, bis die technischen Voraussetzungen für mehr Anschlüsse geschaffen waren. Bis in die Siebziger teilten sich mehrere Familien ein Telefon.


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