Protesttag am 23. März: Apotheke in Herbern bleibt geschlossen

Herbern. Am Montag, 23. März 2026, beteiligen sich bundesweit zahlreiche Apotheken an einem Protesttag gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung. Auch die Westerwinkel-Apotheke in Herbern wird an diesem Tag geschlossen bleiben.

Inhaberin Susanne Wienzek, die die Apotheke seit 13 Jahren führt, schließt sich damit dem bundesweiten Protest an. Ziel ist es, auf die zunehmend angespannte wirtschaftliche Lage vieler Apotheken aufmerksam zu machen und die Bedeutung einer verlässlichen, wohnortnahen Arzneimittelversorgung hervorzuheben.

Trotz der Schließung ist die medizinische Versorgung gesichert: Dringend benötigte Medikamente können über den Apothekennotdienst bezogen werden. Welche Apotheke geöffnet hat, lässt sich online über die Apothekerkammer abrufen. Für Herbern und die Umgebung übernehmen voraussichtlich Apotheken in Lüdinghausen und Senden den Notdienst. Bürgerinnen und Bürgern wird empfohlen, benötigte Medikamente frühzeitig zu besorgen.

Im Zentrum des Protests steht die Forderung nach einer besseren finanziellen Ausstattung der Apotheken. Seit mehr als 13 Jahren sei das Honorar für die Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente nicht an gestiegene Kosten und die Inflation angepasst worden, kritisiert die Branche.

Die Folgen seien bereits spürbar: Bundesweit hätten zahlreiche Apotheken schließen müssen. Besonders im ländlichen Raum werde dadurch die wohnortnahe Versorgung zunehmend gefährdet.

„Apotheken sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung und keine bloßen Kostenfaktoren“, betont Wienzek. Eine hochwertige Beratung, sichere Versorgung und ein umfassender Service seien nur mit einer angemessenen Vergütung dauerhaft gewährleistet.

Neben der Abgabe von Medikamenten leisten Apotheken einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung: Sie beraten individuell, prüfen Wechselwirkungen, unterstützen bei Lieferengpässen und stellen patientenspezifische Rezepturen her. Auch Not- und Nachtdienste sowie Hilfe in Krisensituationen gehören zum Alltag.

„Wir möchten auch künftig für die Menschen vor Ort da sein“, so Wienzek. „Mit unserem Protest setzen wir uns dafür ein, dass diese Versorgung erhalten bleibt.“

© Mia Schütte
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